24.10.2020 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Minister Müller sichert Ebola-Gebieten Aufbauhilfen zu

Minister Müller sichert Ebola-Gebieten Aufbauhilfen zu

Länder sollen aber auch "selber Initiativen ergreifen"

Seit dem Ebola-Ausbruch Ende 2013 starben mehr als 10.000 Menschen an den Folgen der Krankheit.

Berlin - Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat den von Ebola betroffenen westafrikanischen Ländern die Unterstützung Deutschlands beim wirtschaftlichen Wiederaufbau zugesichert. Allerdings seien Liberia, Guinea und Sierra Leone "auch aufgefordert, selber neue Initiativen zu ergreifen".

Müller äußerte sich am Rande der Frühjahrstagung von Internationalem Währungsfonds und Weltbank in Washington. Der Minister forderte eine bessere Korruptionsbekämpfung und mehr Rechtssicherheit für Firmen. "Ansonsten werden Investitionen dort kaum oder nicht erfolgen", sagte er.

Müller rief zu einer "fairen Preisgestaltung" für die in Westafrika abgebauten Rohstoffe auf. "So können wir über den Markt ein Mehrfaches dessen erreichen, was wir über öffentliche Gelder in diese Länder transferieren", sagte er. Außerdem mahnte er den Aufbau eines wirksamen Steuersystems an, damit die Einnahmen aus den Rohstoffgeschäften den Weg in das Gesundheits- und Bildungswesen fänden.

Liberias Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf, Guineas Staatschef Alpha Condé und Sierra Leones Präsident Ernest Bai Koroma hatten am Freitag bei der Frühjahrstagung um Hilfen in Höhe von acht Milliarden Dollar (knapp 7,5 Milliarden Euro) gebeten, um die Wirtschaften ihrer Länder wieder aufzubauen und die Prävention künftiger Epidemien zu verbessern. Ein Großteil der geforderten Summe spiegelt sich in bereits erfolgten Zusagen der internationalen Gemeinschaft wider.

Müller bekräftigte, dass die Bundesregierung Afrika in den kommenden zwei Jahren mit zusätzlichen 200 Millionen Euro beim Aufbau der Gesundheitsversorgung unterstützen werde. Deutschland steuerte nach Regierungsangaben bisher 195 Millionen Euro zur Bekämpfung der Ebola-Seuche bei. Die Bundeswehr leistete logistische Unterstützung und transportierte rund 700 Tonnen Hilfsgüter in die betroffenen Länder.

"Die Gefahr wird potenziell immer bleiben", sagte Müller, der sich vor gut einer Woche mit Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) auf einer Westafrika-Reise über die Folgen der Ebola-Epidemie informiert hatte. "Das Virus ist da, und es kann morgen wieder ausbrechen, deshalb müssen wir lernen und Konsequenzen ziehen."

Seit dem Ebola-Ausbruch Ende 2013 starben insgesamt mehr als 10.000 Menschen an den Folgen der Krankheit. Die Zahl der Neuinfektionen in Westafrika sank nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO in der vergangenen Woche auf unter 40 Fälle. Auf dem Höhepunkt der Epidemie im Herbst waren mehr als 900 Neuinfektionen pro Woche gemeldet worden.

(xity, AFP)


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