19.09.2019 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Mindestlohn reicht wegen hoher Mieten oft nicht zum Leben

Mindestlohn reicht wegen hoher Mieten oft nicht zum Leben

Linke fordern deutliche Erhöhung

Für Arbeitnehmer mit Mindestlohn reicht das Einkommen in vielen westdeutschen Städten wegen der hohen Mieten oft nicht zum Leben.

Berlin - Ein Alleinstehender mit einem Vollzeitjob von 37,7 Stunden pro Woche und einem Gehalt auf Mindestlohn-Niveau von 8,50 Euro pro Stunde komme im Monat netto nur auf 1040,27 Euro Einkünfte, berichtete die in Düsseldorf erscheinende "Rheinische Post" (Montagsausgabe) unter Berufung auf die Antwort der Bundesregierung auf eine Linken-Anfrage.

Den durchschnittlichen Existenzbedarf alleinstehender Erwerbstätiger gab die Regierung aber mit 1053 Euro an. Der Bedarf setze sich zusammen aus dem Hartz-IV-Regelsatz von 404 Euro, den durchschnittlichen Kosten der Unterkunft von 349 Euro sowie dem Erwerbstätigenfreibetrag von 300 Euro.

In einzelnen Städten ist die Lücke zwischen Bedarf und Mindesteinkommen demnach noch größer als im Durchschnitt: Ein alleinstehender Hartz-IV-Empfänger in München habe Anspruch auf einen Mietzuschuss von 492 Euro - dieser Betrag liege um 156 Euro über dem Existenzbedarf aus einem Vollzeit-Job mit Mindestlohn. In Düsseldorf zahle das Job-Center einen durchschnittlichen Mietzuschuss von 395 Euro. Gemessen an diesem Niveau bringe ein Mindestlohn-Job 46 Euro zu wenig ein.

Für den Linken-Politiker Klaus Ernst bedeuten die hohen Mietbelastungen, dass der Mindestlohn deutlich erhöht werden muss. "In großen Teilen des Westens und in Ballungsgebieten hängt man mit 8,50 Euro weiter am Tropf des Staates", sagte er der "Rheinischen Post". Der Mindestlohn müsse "ganz deutlich höher liegen".

(xity, AFP)


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