16.11.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Merkel fordert Umdenken in der Afrikapolitik

Merkel fordert Umdenken in der Afrikapolitik

Kanzlerin ruft Afrikaner zum Deutschlernen auf

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat ein Umdenken in der Afrikapolitik gefordert.

Berlin - Statt den Schwerpunkt auf Hilfe zur Selbsthilfe zu legen, solle die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit den afrikanischen Ländern gestärkt werden, sagte Merkel in ihrem wöchentlichen Video-Podcast. Die Bundesregierung wolle das Interesse der deutschen Wirtschaft an Investitionen in Afrika wecken, wobei dafür "natürlich rechtlich sichere Rahmenbedingungen" erforderlich seien.

"Wir wollen keine langfristige Abhängigkeit erzeugen, sondern wir wollen einfach fair handeln, wie wir das mit anderen Ländern auch tun", sagte die Kanzlerin. So könne afrikanischen Geschäftsleuten die Einreise nach Deutschland erleichtert werden. Bildung und Ausbildung würden aber weiter ein Schwerpunkt deutscher Afrikapolitik bleiben, sagte Merkel und rief die Afrikaner auf, "durchaus Deutsch zu lernen" und sich auf ein Studium in Deutschland einzulassen.

Die Bundesregierung wolle die Leitlinien ihrer Afrikapolitik noch einmal überarbeiten, kündigte die Kanzlerin an. Sie empfängt am Montag den Präsidenten Senegals, Macky Sall. Am Mittwoch und Donnerstag kommender Woche nimmt Merkel am EU-Afrika-Gipfel in Brüssel teil.

Zuvor hatte sich bereits Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) für einen neuen Ansatz in der deutschen Afrikapolitik ausgesprochen. Im Bundestag warb er für ein verstärktes Engagement, das sowohl Nothilfe als auch längerfristige Zusammenarbeit umfassen solle. Laut einem Positionspapier will die Regierung ihr entwicklungspolitisches Engagement in Afrika von derzeit 1,2 Milliarden Euro pro Jahr um mindestens 100 Millionen Euro aufstocken.

(xity, AFP)


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