Mehrjährige Haftstrafe in Prozess um Leiche in Plastiksack

Todesursache in Prozess vor Landgericht Offenburg nicht mehr nachweisbar

Vor dem Landgericht Offenburg ist ein Prozess um eine in einem Plastiksack versteckte Leiche zu Ende gegangen.

Offenburg - Das Landgericht Offenburg verhängte gegen den Angeklagten am Dienstag wegen vorsätzlicher Körperverletzung sowie Computerbetrugs in 25 Fällen eine Gesamtfreiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren, wie ein Gerichtssprecher sagte.

Der Angeklagte soll die Leiche seiner Lebensgefährtin mehrere Monate lang in einem Plastiksack in seiner Wohnung versteckt haben. Laut Staatsanwaltschaft soll es bei einem Streit des Paars im August vergangenen Jahres zu gegenseitigen körperlichen Übergriffen gekommen sein, bei denen der Angeklagte die Frau gewürgt haben soll. Unklar war, ob sie infolge der Gewalt oder eines Sturzes starb.

Wegen des starken Verwesungszustands der Leiche sei die Todesursache nicht mehr feststellbar gewesen und somit auch nicht nachzuweisen, dass der Mann die Frau getötet habe. Nach Aussage des Angeklagten soll es ungewollt zu den tödlichen Verletzungen gekommen sein.

Den Tod der Frau soll der Mann laut Anklage geheimgehalten und mit ihrer EC-Karte insgesamt 18.000 Euro von ihrem Konto abgehoben haben. Erst besorgte Nachbarn machten demnach die Polizei auf das Verschwinden der Frau aufmerksam. Die Leiche wurde im Oktober entdeckt.

Das Landgericht ordnete deshalb auch die Einziehung eines Wertersatzes in Höhe von 18.000 Euro an. Der Angeklagte trägt zudem die Kosten des Verfahrens und die Auslagen der Nebenklage.

(xity, AFP)