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Mehrheit sieht Wahlrecht für 16-Jährige skeptisch

Studie: "Wählen mit 16" könnte aber Wahlbeteiligung erhöhen

Ein Großteil der Deutschen ist gegen die Absenkung des Wahlalters bei Bundestagswahlen auf 16 Jahre.

Berlin - 79,1 Prozent befürworten die Beibehaltung der 18-Jahre-Grenze, wie aus einer Allensbach-Umfrage im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung hervorgeht. Nur 13,4 Prozent sprechen sich demnach für ein Wahlrecht bereits mit 16 Jahren aus.

Bei der repräsentativen Erhebung traten allerdings deutliche Unterschiede je nach Alter der Befragten zutage: Mit zunehmendem Lebensalter nahm auch die Zustimmung für ein Wahlrecht von 16-Jährigen kontinuierlich ab. In der kleinen Gruppe der 16- und 17-jährigen Befragten plädierten noch 52,4 Prozent dafür, dass junge Menschen schon ab 16 Jahren an Bundestagswahlen teilnehmen dürfen. Bei den 16- bis 29-Jährigen sprachen sich nur noch 23 Prozent für eine Absenkung des Wahlalters aus, bei den mindestens 60-Jährigen schließlich nur noch 7,9 Prozent.

Die Ergebnisse der Umfrage flossen auch in eine aktuelle Bertelsmann-Studie zum Thema "Wählen mit 16" ein. Demnach wird langfristig das Niveau der allgemeinen Wahlbeteiligung umso höher liegen, je früher und je häufiger Erst- und Jungwähler ihre Stimme abgeben. So kann es nach Auffassung der Autoren durch das Wahlrecht ab 16 langfristig gelingen, die Wahlbeteiligung von 71,5 Prozent bei der Bundestagswahl 2013 auf bis zu 80 Prozent im Jahr 2049 zu steigern.

"Wenn wir es schaffen, Jugendliche früher und häufiger zur Wahl zu motivieren, könnte sich langfristig auch die Gesamtwahlbeteiligung steigern", erklärte der Direktor des Programms "Zukunft der Demokratie" der Bertelsmann Stiftung, Robert Vehrkamp.

Der Studie zufolge sind allerdings gezielte Maßnahmen zur Mobilisierung der Erstwähler erforderlich. Besonders gefragt seien dabei Bildungsmaßnahmen an Schulen, die gut 90 Prozent aller 16- und 17-Jährigen in Deutschland erreichten. Laut der Allensbach-Umfrage befürworten 81 Prozent der Jugendlichen und 61,5 Prozent aller Menschen in Deutschland eine stärkere Integration von Wahlen in den Schulalltag, wie die Bertelsmann-Stiftung hervorhob.

(xity, AFP)


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