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Mehrheit der früheren Inhaber einer Blauen Karte bleibt in Deutschland

Bislang erhielten über 81.000 Hochqualifizierte hierzulande die Blaue Karte EU

Die überwiegende Mehrheit hochqualifizierter ausländischer Arbeitnehmer, die mit einer sogenannten Blauen Karte EU nach Deutschland gekommen sind, bleibt hierzulande.

Berlin - Mehr als 90 Prozent der knapp 28.000 früheren Inhaber der Blauen Karte hätten sich Ende Juni diesen Jahres mit einem anderen Aufenthaltstitel in Deutschland befunden, teilte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) am Dienstag in Nürnberg mit.

Davon hatten fast alle, nämlich rund 23.800 Menschen, einen unbefristeten Aufenthaltstitel, wie es weiter hieß. Damit entschieden sich knapp 85 Prozent aller ehemaligen Inhaber der Blauen Karte für einen dauerhaften Verbleib in Deutschland.

Die Blaue Karte EU zielt auf Hochschulabsolventen und ermöglicht ihnen einen zunächst befristeten Aufenthalt. Voraussetzungen sind ein deutscher Hochschulabschluss oder ein vergleichbarer Abschluss im Ausland, ein konkretes Arbeitsplatzangebot und ein Mindesteinkommen.

Insgesamt wurde die Blaue Karte EU den Angaben zufolge seit ihrer Einführung vor fünf Jahren rund 81.000 Mal vergeben - Tendenz steigend. So wurden im ersten Quartal 2018 rund 6800 Karten und damit 18,5 Prozent mehr erteilt als im Vorjahreszeitraum. Davon waren mehr als die Hälfte Neuerteilungen. Die restlichen Entscheidungen betrafen Menschen, die bereits eine Blaue Karte oder einen anderen Aufenthaltstitel hatten.

Wie bereits in der Vergangenheit stellten mit Abstand am häufigsten Menschen aus Indien einen Antrag auf die Blaue Karte. Von den derzeit mit einer solchen Karte tätigen Menschen sind die Inder mit mehr als 26 Prozent die größte Gruppe. Menschen aus China, Russland, den USA und der Türkei stelen gemeinsam knapp ein Viertel der Karteninhaber.

Union und SPD wollen bis Jahresende die Zuwanderung von Fachkräften in einem neuen Gesetz regeln. Dazu soll das Bundeskabinett einen Gesetzentwurf beschließen. Angesichts des Fachkräftemangels drängt die deutsche Wirtschaft auf ein rasches und unbürokratisches Vorgehen.

(xity, AFP)


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