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Mehrere CDU-Politiker unterstützen Hillary Clinton

Bruch mit Orientierung an Republikanern

Die US-Demokratin Hillary Clinton, die in Washington ins Weiße Haus einziehen will, erfährt Unterstützung durch mehrere prominente Politiker der Union.

Berlin - Mehrere prominente CDU-Politiker haben der US-Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton von den Demokraten ihre Unterstützung zugesichert. Sie gaben damit die traditionelle Orientierung an den Republikanern auf.

"Der Grundton der Republikaner heute passt nicht zur Christdemokratie", sagte CDU-Bundesvize Armin Laschet der "Welt am Sonntag" aus Berlin. Die Republikaner bekämpften die soziale Marktwirtschaft, "indem sie einerseits Steuergeschenke für Superreiche verlangen und andererseits selbst die Krankenversicherung abschaffen wollen". Weiter kritisierte der nordrhein-westfälische CDU-Chef: "Die aggressive Ablehnung multilateraler Konfliktlösungen vieler Republikaner passt nicht ins 21. Jahrhundert."

Laschet beschrieb die Republikaner als eine Art Gegenmodell zur CDU von Bundeskanzlerin Angela Merkel. "Die CDU hat sich in den vergangenen Jahren als Volkspartei der gesamten Gesellschaft geöffnet, bei den Republikanern steht diese Öffnung noch aus", sagte er. Anders als die CDU seien die Republikaner deshalb nur noch eingeschränkt mehrheitsfähig. "Bei der letzten Präsidentenwahl hatten die Republikaner nur eine Mehrheit bei alten, weißen Männern - Einwanderer, Frauen und junge Leute wählten Demokraten", sagte Laschet.

Der langjährige Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Ruprecht Polenz, sagte der Zeitung: "Der Einfluss der Tea Party ist so groß geworden, dass gestandene Republikaner nicht wieder für die Kongresswahlen nominiert wurden." Dies verstärke "die Fremdheit mit der CDU". Mit Blick auf die zurückliegende Wiederwahl von US-Präsident Barack Obama sagte Polenz: "Auch die Unionswähler hätten bei der letzten Wahl mit überwältigender Mehrheit für Obama gestimmt."

Der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Philipp Mißfelder, warnte seine Partei aber davor, sich zu sehr von den Republikanern zu distanzieren. "Es wäre fatal, Jeb Bush oder einen anderen republikanischen Kandidaten zu vergrätzen", sagte er. Deutschland sei "auf die amerikanischen Freunde angewiesen - auf die Freunde aus beiden politischen Lagern". Polenz sagte: "Den republikanischen Präsidentschaftskandidaten in Berlin zu empfangen, ist ein Gebot der politischen Klugheit."

(xity, AFP)


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