"Mehr Mies. 12. Krefelder Architekturtage"

Experten zum Thema "Modern wohnen"

Die Kunstmuseen Krefeld veranstalten vom 26. bis 28. Februar "Mehr Mies. 12. Krefelder Architekturtage" zum Thema "Modern wohnen. Möbeldesign und Wohnkultur der Moderne".

Krefeld - Die Folie für diese Architekturtage bildet die neue gleichnamige Publikation, die im Rahmen des Forschungsprojektes "Kommentiertes Werkverzeichnis der Möbel- und Möbelentwürfe Ludwig Mies van der Rohes" der Deutschen Forschungsgemeinschaft am Zentralinstitut für Kunstgeschichte in München realisiert wurde. Das Projekt wird von Professor Dr. Wolf Tegethoff und Dr. Rudolf Fischer geleitet. Sie stellen die in den vergangenen Tagen erschienene Publikation am Samstag, 27. Februar, um 18 Uhr in Krefeld vor.

"Das Wochenende ist ein Idealfall", freut sich Dr. Sylvia Martin, stellvertretende Leiterin der Kunstmuseen Krefeld. "Wir haben mit dem Zentralinstitut für Kunstgeschichte in München einen tollen Kooperationspartner und zudem viele Experten vor Ort", so Martin. So werden Professor Dr. Wolf Tegethoff und Dr. Rudolf Fischer neben der Buchvorstellung an Gesprächen teilnehmen und Führungen anbieten. Im Anschluss an den Film ?Mies van der Rohe. Ein Architekt unserer Zeit" (1966) am Freitag, 26. Februar, um 18 Uhr sprechen die beiden Münchner Experten über die Dokumentation. "Mies van der Rohe kommt darin öfter selbst zu Wort", so Museumspädagoge Thomas Janzen. Der Film wird zum ersten Mal bei ?Mehr Mies" gezeigt und ist selbst bereits ein Zeitdokument der 1960er-Jahre, insofern er eine zeittypische Rezeption des Neuen Bauens verkörpert.

Der Kunsthistoriker und Stahlrohrmöbelexperte Dr. Otakar Macel von der Technischen Universität Delft und der Designer Bernd Dicke von der Fachhochschule Dortmund erörtern am Samstag, 27. Februar, um 17 Uhr die Besonderheiten der Stahlrohrmöbelproduktion der Vorkriegszeit anhand von Originalen. Professor Dr. Christian Demand aus Berlin hält um 18.30 Uhr den Vortrag "Betreutes Wohnen: Von der Geburt des Designs aus dem Geist des Verdachts". Demand ist Kunsthistoriker und Kulturphilosoph, der aus ungewohnten Perspektiven Kunst und Kultur betrachtet. Seit 2012 ist er Herausgeber des "Merkur" (Deutsche Zeitschrift für europäisches Denken). Der Vortrag geht der Frage nach, wie die Verschränkung von Ethos und Gestaltung in dieser literarischen Gattung funktioniert.

Der Sonntag beginnt mit zwei Impulsvorträgen: Professorin Dr. Gerda Breuer aus Aachen spricht über die "Die Erfindung des modernen Klassikers". Im Zentrum des Kurzvortrags der Kunst- und Designhistorikerin steht unter anderem der Barcelona-Chair von Mies van der Rohe. Seit 2011 firmiert das Kölner Designer-Duo Florian Kallus und Sebastian Schneider unter dem Namen "kaschkasch". Florian Kallus stellt um 12 Uhr Produkte, Arbeitsstrategien und ästhetische Haltung vor. Dr. Rudolf Fischer vom Zentralinstitut für Kunstgeschichte aus München und Professorin Kerstin Plüm, Kunst- und Designwissenschaftlerin der Hochschule Niederrhein diskutieren um 13 Uhr mit den beiden Referenten über die Bedeutung von Design-Klassikern wie dem Barcelona Chair von Mies van der Rohe, wenn sie wie selbstverständlich Firmenlobbys und bürgerliche Wohnzimmer füllen.