21.11.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Mehr als jeder Zweite steigt vor der offiziellen Rente aus dem Job aus

Mehr als jeder Zweite steigt vor der offiziellen Rente aus dem Job aus

Frühverrentung besonders bei körperlich anstrengenden Berufen

Mehr als jeder zweite Erwerbstätige steigt vor dem offiziellen Renteneintrittsalter aus dem Arbeitsleben aus, wie der TK-Gesundheitsreport zeigt.

Berlin - Jeder siebte davon (13,5 Prozent) geht aufgrund von Berufsunfähigkeit, Erwerbsunfähigkeit oder Schwerbehinderung, wie der am Mittwoch in Berlin veröffentlichte Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (TK) zeigt.

Ein weiteres Drittel der verfrüht aus dem Job ausgeschiedenen Arbeitnehmer nimmt deutliche finanzielle Einbußen in Kauf, um früher in Rente zu gehen. Besonders betroffen von einer Frühverrentung sind Beschäftigte mit körperlich belastenden Berufen wie im Bau- und Holzgewerbe, gefolgt von Verkehrs- und Lagerarbeitern sowie den Beschäftigten aus der Metallbranche.

"Es nützt nichts, das Renteneintrittsalter immer weiter hochzuschrauben, wenn schon heute nicht einmal jeder Zweite so lange arbeitet", warnte TK-Chef Jens Baas. Politik, Unternehmen, aber auch Krankenkassen müssten Lösungen finden, damit die Menschen leistungsfähig blieben und überhaupt bis zum Rentenbeginn arbeiten könnten.

Dies sei gerade vor dem Hintergrund wichtig, dass gerade die geburtenstarke Generation der sogenannten Babyboomer langsam ins Rentenalter komme. Denn durch die Frühverrentung gehe auch ein enormes Wissens- und Leistungspotenzial verloren.

Zudem seien gut ausgebildete Fachkräfte "in vielen Branchen Mangelware, und viele Arbeitgeber suchen händeringend gute Leute", erklärte Baas. Das betriebliche Gesundheitsmanagement wie zum Beispiel Fitnessstudios oder Seminare zu Stress und Ernährung werde daher immer wichtiger.

Für den Gesundheitsreport 2018 wertete die TK die Krankschreibungen und Arzneimittelverordnungen ihrer rund fünf Millionen versicherten Erwerbspersonen aus. Dazu zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und Empfänger von Arbeitslosengeld I.

(xity, AFP)


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