24.09.2020 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Medienvertreter entsetzt über Anschlag in Paris

Medienvertreter entsetzt über Anschlag in Paris

DJV: Angriff auf die Presse- und Meinungsfreiheit

Der Anschlag auf das französische Satiremagazin "Charlie Hebdo" hat auch bei deutschen Medienvertretern Entsetzen ausgelöst.

Berlin - "Das ist ein Anschlag auf das Grundrecht der Presse- und Meinungsfreiheit", sagte der Vorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV), Michael Konken, nach DJV-Angaben in Bonn. Er sprach den Toten das Beileid aller DJV-Mitglieder aus.

"Der Kulturbereich wird sich auch durch den abscheulichen Anschlag in Paris nicht einschüchtern lassen", erklärte der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats, Olaf Zimmermann. Gerade Satire ermögliche die kritische Auseinandersetzung mit politischen Entwicklungen und sei damit ein Lebenselexier für den gesellschaftlichen Diskurs.

Der Chefredakteur des deutschen Satiremagazins "Titanic", Tim Wolff, kündigte an, sein Blatt werde sich durch den Anschlag auf "Charlie Hebdo" nicht in seiner Arbeit beeinflussen lassen. "Wenn ein Thema für uns wichtig ist und wir die Witze lustig finden, drucken wir das", sagte Wolff dem "Wiesbadener Kurier". Er wies darauf hin, dass auch "Titanic" schon Mohammed-Karikaturen nachgedruckt habe. Wolff nannte es allerdings "beunruhigend", dass Menschen glaubten, sich gegen Wort und Bild mit Waffengewalt wehren zu müssen.

Bei dem Anschlag auf den Sitz der Satire-Zeitung in Paris wurden mindestens zwölf Menschen getötet. Mindestens zwei vermummte Männer hatten mit einer Kalaschnikow und einem Raketenwerfer den Sitz der Zeitung angegriffen. "Charlie Hebdo" hatte in der Vergangenheit mehrfach mit provokanten Mohammed-Karikaturen für Schlagzeilen gesorgt.

(xity, AFP)


Copyright 2019 © Xity Online GmbH