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Medien: NSA forschte Merkel umfassender als bislang bekannt aus

Neue Wikileaks-Enthüllungen sollen Überwachung zeigen

Der US-Geheimdienst NSA hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) angeblich in größerem Umfang als bisher bekannt ausgeforscht.

Berlin - Das berichteten "Süddeutsche Zeitung", NDR und WDR am Dienstag unter Berufung auf Dokumente der Enthüllungsplattform Wikileaks. Darunter seien detaillierte Vermerke von Gesprächen, die Merkel mit europäischen Staatschefs und dem Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki Moon, geführt habe.

Ein NSA-Bericht enthalte etwa Details eines Treffens von Merkel mit dem damaligen französischen Präsidenten Nikolas Sarkozy sowie dem früheren italienischen Premierminister Silvio Berlusconi im Jahr 2011, berichteten "SZ", NDR und WDR. Merkel und Sarkozy hätten dabei Druck auf Berlusconi ausgeübt, Maßnahmen zur Reduzierung der Staatsverschuldung und zur Stärkung des Bankensektors zu ergreifen. Offenbar habe die NSA über Berlusconis außenpolitischen Berater Valentino Valentini Informationen abgegriffen.

Der US-Geheimdienst hörte dem Bericht zufolge offenbar auch ein Gespräch zwischen Merkel und Ban Ki Moon ab. Laut dem NSA-Vermerk über die Unterhaltung habe Ban Merkel mitgeteilt, dass die Weltöffentlichkeit weiterhin die EU in der Führungsrolle bei der Bekämpfung des Klimawandels sehen wolle. Auch weitere hochrangige Politiker und UN-Institutionen werden in dem Bericht als NSA-Abhörziele genannt.

(xity, AFP)


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