21.10.2020 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Medien: Deutsche an Folterungen der IS-Miliz beteiligt

Medien: Deutsche an Folterungen der IS-Miliz beteiligt

Generalbundesanwalt soll konkretem Verdacht nachgehen

Deutsche Dschihadisten sollen sich an der Folterung von Geiseln der Extremistengruppe Islamischer Staat (IS) beteiligt haben.

Berlin - Diesem Verdacht gehe der Generalbundesanwalt nach, berichten "Süddeutsche Zeitung", NDR und WDR. Deutsche Staatsbürger sollen demnach als Wächter in Gefängnissen der IS-Miliz arbeiten, in denen die später enthaupteten amerikanischen, britischen und japanischen Geiseln einsaßen. Die Informationen gehen dem Bericht zufolge auf Angaben eines 27-jährigen Deutschen zurück, der bis Juni 2014 selber in Gefängnissen des IS saß.

Wie der Rechercheverbund aus "SZ", NDR und WDR weiter berichtete, wird der Mann von Terrorismus-Experten des Bundeskriminalamtes vernommen. In seinen Vernehmungen habe der Deutsche berichtet, dass er in seiner fast einjährigen Haft viele der später hingerichteten Geiseln ? unter ihnen die US-Bürger James Foley und Steven Sotloff ? kennengelernt habe. Eine Exekution einer Geisel habe er selber beobachten müssen; sie sei erschossen worden.

Nach seinen Angaben sind deutsche Islamisten nicht nur als Wächter, sondern auch als Folterer in den IS-Gefängnissen aktiv. Bei einem von ihnen habe es sich nach den bisherigen Ermittlungen der Bundesanwaltschaft um Philip Bergner gehandelt, einen der bekanntesten deutschen Islamisten. Der zum Islam konvertierte frühere Pizzabote aus Dinslaken soll im Sommer 2013 nach Syrien gegangen und inzwischen bei einem Selbstmordanschlag im Irak gestorben sein.

(xity, AFP)


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