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"Magische Steine" in Krefeld

Ausstellung im Geologischen Dienst NRW

Am Mittwoch, 2. April 2014, wurde die Ausstellung "Magische Steine" im Foyer des Geologischen Dienstes NRW in der De-Greiff-Str. 195 in Krefeld eröffnet.

Krefeld - Steine besitzen eine magische Anziehungskraft. Als Werkzeug, als Waffe oder als Schmuck: Bereits in prähistorischen Zeiten hat sich der Mensch dem Zauber von Steinen nicht entziehen können. Das ist auch heute noch so, wie wir aus eigener Erfahrung immer wieder feststellen können. Wer hat nicht selbst schon schöne Steine am Flussufer gesammelt, Findlinge fotografiert, oder Fossilien gesammelt und auf die Fensterbank gelegt? Die Fotoausstellung "Magische Steine“ zeigt die Poesie und Schönheit von Steinen aus dem Blickwinkel der Geowissenschaften. Mit Fotos, die Geowissenschaftler des Bayerischen Landesamtes für Umwelt bei ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit und auf Reisen erstellt haben, wird die Schönheit der versteinerten Natur erlebbar. Die Ausstellung zeigt ästhetisch herausragende Fotografien – und regt so zum Nachmachen an.

Neben den Leuchtsäulen mit Fotografien sind einige herausragende Exponate zu sehen, z.B.

Meeresboden – aber aus dem Erdaltertum!

Wer kennt sie nicht, die schönen Wellenrippeln an der Nordsee? Sie entstehen durch den Wechsel der Strömungsrichtung des Wassers, z. B. durch Wellen am Strand. Die fossilen Gezeitenrippel entstanden an der Grenze Land-Flachmeer, sie sind unterdevonzeitlich und 380 Millionen Jahre alt! Fundort: Urftsee bei Gemünd/Eifel

Riesig – Ein Kappenquarz wie aus dem Märchen

In einem Bleizinkerzgang wurde dieser Kappenquarz auskristallisiert: Er bildete sich in der Unterkreidezeit in devonzeitlichen Riffkalksteinen. Fundort: Wülfrath, Bergisches Land

Ammonit der Gattung Pachydiscus

Aus der Gruppe der "Dickscheiben“ stammen die größten je gefundenen Ammoniten, die Durchmesser von über 2 Metern erreichen können!

Steinsalz – Klimageschichte zum Anfassen

Vor über 250 Millionen Jahren war es sehr heiß im heutigen NRW! Meersalz verdunstete und hinterließ große Salzvorkommen, die heute in über 600 m Tiefe bei Borth am Niederrhein abgebaut werden können.

Leider ausgedient – Steinkohle aus Deutschland

Steinkohle aus dem Oberkarbon (322 – 299 Mio. Jahre vor heute) aus der Zeche Friedrich Heinrich in Kamp-Lintfort am Niederrhein

Ein Stein mit langer Geschichte – Windkanter aus der Lüneburger Heide

Das ist kein versteinerter Brotteig! Sondern ein nordisches Quarzitgeschiebe, ein Gestein, dass mit den Gletschern während der letzten Eiszeit von Skandinavien nach Deutschland – also über hunderte Kilometer - geschoben wurde. Dabei wurde dieser sehr harte und widerstandsfähige Quarzit gerundet. Nach seiner Sedimentation schaute der obere Teil des Steins aus dem Boden und wurde durch die starken Winde in der vegetationsfreien Kältewüste am Rande der vergletscherten Zonen wie mit einem Sandstrahlgebläse bearbeitet. Dies erzeugte so im Laufe von vielen Jahren einen scharfen Grat (Kante) oben auf dem Stein. Fundort: Lüneburger Heide

Steinalt – Lewisischer Gneis

Mit einem Alter von mehr als 2 Milliarden Jahren gehört dieses wunderschöne Strandgeröll zu den ältesten Gesteinen der Welt! Entstanden ist es in 80 oder 100 km Tiefe im oberen Erdmantel, wo Granite unter extrem hohem Druck und hoher Temperatur metamorph verändert wurden. Fundort: Isle of Lewis/Äußere Hebriden, Nordwesten Schottlands

Venus von Willendorf (Replik)

Frauenstatuette aus Kalkstein; jüngere Altsteinzeit, Alter 25.000 Jahre vor heute, gefunden 1908 in Willendorf westlich von Wien; Stein als Werkstoff ist ein Kalkstein (Oolith) aus Mähren – also Importware. Als die Venus entstand, begann das 2. Kältemaximum der letzten Kaltzeit, Eisberge trieben bis nach Portugal, die Ernährungslage wurde zunehmend schlechter, die Kindersterblichkeit stieg rasant. Über 200 Venusfigurinen aus ganz Europa sind heute bekannt: - Sie sind keine religiösen Symbole, sondern bezeugen die hohe kultische Verehrung, die Frauen entgegengebracht wurde. Ein bearbeiteter Stein wird zu einem magischen Objekt! Einem Sinnbild für Wärme, Menschlichkeit, gesicherte Ernährung, Fruchtbarkeit, mütterlicher Fürsorge des Nachwuchses, damit auch gesicherte "Rente“ ... in einem zunehmend unbewohnbarer werdenden Europa. Als die Venus mit grobem Sticheln und Schabern aus Feuerstein bearbeitet wurde, lebten nur ein paar tausend Menschen in ganz Europa. Es war einsam und bitterkalt, dass Leben war extrem gefährlich.

"Diamonds are a girl’s best friends“

... sang die Filmikone Marilyn Monroe 1953 in dem Filmklassiker "Blondinen bevorzugt“. Der magischen Anziehungskraft von Edelsteinen kann sich kaum jemand entziehen. Für Diamanten werden Kriege geführt, Kinder unter lebensgefährlichen Bedingungen in die Minen geschickt usw. Aber sie sind eigentlich keine Steine, sondern Minerale.

Wünschelrute

Manchen Steinen werden heute wie auch früher besondere Eigenschaften zugeschrieben, die sich bisher einem wissenschaftlichen Nachweis vollständig entzogen haben. Wenn Sie heute Edelsteinbörsen besuchen, wundern Sie sich nicht über die vielen illustren Menschen, die sich verschiedenfarbige Steine gegen die Stirn drücken, Steine mit heißem Wasser übergießen und dann diesen "Steintee“ trinken usw. oder polierte Halbedelsteine wie Hustenbonbons lutschen. Alles harmloser Unfug? Oder nicht? Es gibt sogar Heilsteine gegen Hundeflöhe (Bernstein) ...

Faustkeil

Es hat etwas magisches, das wichtigste Werkzeug eines prähistorischen Menschen in der Hand zu halten! Aus Feuerstein gefertigt, zeigt der kleine Faustkeil die außergewöhnlichen Fähigkeiten des Menschen, mit einfachsten Mitteln, aber hochentwickelten Techniken, aus dem Rohmaterial Stein ein formvollendetes Werkzeug zu erstellen. Die ältesten Faustkeile sind 1,7 Mio. Jahre alt, die jüngsten etwa 40.000 Jahre. Gemeinsam sind allen die beidseitige Bearbeitung, die breite, runde Basis und der spitze Zulauf. Mit so einem Gerät können Sie Hauen, Stechen, Schaben, Kratzen, Hämmern, Werfen usw. Fundort: Drensteinfurt/Kreis Warendorf


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"Magische Steine" in Krefeld
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