19.08.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Maas kündigt Haftstrafen für Dopingsünder an

Maas kündigt Haftstrafen für Dopingsünder an

Deutscher Sportler in Sotschi positiv getestet

Bei den Winterspielen in Sotschi ist ein deutscher Sportler positiv auf Doping getestet worden; Einzelheiten sollen im Laufe des Tages bekannt gegeben werden. Justizminister Maas kündigte die Einführung eines strengen Anti-Doping-Gesetzes an.

Sotchi - Nach Bekanntwerden der ersten Dopingaffäre bei den Olympischen Spielen in Sotschi hat Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) die Einführung eines strengen Anti-Doping-Gesetzes angekündigt. "Sowohl der Besitz als auch die Anwendung von Doping-Mitteln sollen unter Strafe gestellt werden. Doping-Sündern und Doping-Ärzten drohen dann Haftstrafen von bis zu fünf Jahren", sagte Maas der "Bild".

In Zusammenarbeit mit dem Innenministerium werde er noch in diesem Jahr einen entsprechenden Gesetzentwurf vorlegen, sagte der Minister weiter. "Wir sind es der Mehrheit der ehrlichen Sportler schuldig, endlich zu handeln", sagte Maas. Mit dem Gesetz werde "schon der Besitz geringer Mengen von Doping-Mitteln unter Strafe gestellt". Dies gelte sowohl für die Zeit der Sportwettkämpfe selbst, als auch für die Vorbereitungs- und Trainingszeit: "Es droht gedopten Sportlern also künftig nicht mehr nur die Wettkampfsperre, sondern das Gefängnis."

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hatte zuvor bestätigt, dass er "am Donnerstagabend um 21.30 Uhr vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) informiert worden" sei, dass "die A-Probe bei einem Mitglied der deutschen Olympiamannschaft ein von der Norm abweichendes Ergebnis erbracht hat."

Die Öffnung der B-Probe und die Anhörung vor der IOC-Disziplinarkommission seien für den heutigen Freitag vorgesehen. Danach werde der Chef de Mission Michael Vesper über den Stand des Verfahrens informieren. Um welchen Sportler oder welche Sportlerin es sich handelt, teilte der DOSB nicht mit.

Nach SID-Informationen ist ein Athlet oder eine Athletin aus dem Langlauf- oder Biathlon-Bereich betroffen. Bestätigungen dafür gab es dazu weder vom DOSB, noch von den betreffenden Fachverbänden. Nach ARD-Informationen könnte es sich bei dem gefundenen Mittel um ein Stimulans handeln.

Eine IOC-Sprecherin bestätigte auf SID-Anfrage die Darstellung des DOSB. Bis zum Abschluss der Untersuchungen werde es keine weiteren Stellungnahmen des IOC geben. Die B-Probe wird nach SID-Informationen am Freitagnachmittag geöffnet. Ob es danach eine weitere offizielle Verlautbarung des DOSB geben wird, ließ der Dachverband auf Anfrage offen.

"Ich bin geschockt. Ich bin sehr überrascht über diese Information", sagte Kombinations-Olympiasieger Eric Frenzel dem SID. Hermann Weinbuch, der Bundestrainer der Kombinierer, sagte dem SID: "Ich bin total geschockt."

Bislang war die Ausbeute der Dopingjäger bei Olympischen Spielen traditionell eher gering. In Vancouver 2010 hatte es einen positiven Fall gegeben. Der slowakische Eishockey-Spieler Lubomir Visnovsky war mit der Stimulans Pseudo-Ephedrin erwischt worden. Zuvor in Turin (2006) und Salt Lake City (2002) waren es je sieben Fälle gewesen. In Nagano (1998), Lillehammer (1994) und Albertville (1992) ging ebenfalls kein Sportler ins Netz der Dopingjäger.

(xity, AFP)


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