Maas hofft auf Übergabe der "Panama Papiere" an Behörden

Justizminister: "Das wäre ein Beitrag zur Gerechtigkeit"

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) hofft darauf, dass Steuerfahnder und Staatsanwälte doch noch Einblick in die Unterlagen zu Briefkastenfirmen in Panama erhalten.

Berlin - "Es wäre ein Beitrag zur Gerechtigkeit, wenn wichtige Unterlagen den Behörden übergeben würden", sagte Maas dem "Tagesspiegel" (Sonntagausgabe). Die Medien, die über die "Panama Papiere" verfügen, verweigern dies bislang.

"Ich bin zuversichtlich, dass die Ermittlungsbehörden und die Medien gemeinsam einen Weg finden, wie zumindest bestimmte wertvolle Informationen ausgetauscht werden können", sagte Maas. Dies würde "auch den deutschen Finanzministerien viel Geld einbringen".

Eine Sprecherin des Bundesfinanzministeriums hatte am Freitag gesagt, die Behörden würden auch ohne Einsicht in das Material sicherlich allen Ansatzpunkten nachgehen, die sich aus den Medienberichten ergeben. "Wir haben eine Trennung von Staat und Medien in Deutschland und wir nehmen das zur Kenntnis, dass die Vertreter das nicht herausgeben wollen."

Ein weltweites Netzwerk von Journalisten hatte in den vergangenen Monaten einen umfangreichen Datensatz über Briefkastenfirmen ausgewertet, die über die in Panama-Stadt ansässige Finanzkanzlei Mossack Fonseca laufen. Die Enthüllungen riefen weltweit Steuerfahnder auf den Plan.

(xity, AFP)