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Lucke will nicht auf "persönliche Angriffe" reagieren

AfD-Chef mahnt Partei zu mehr Disziplin

Im Führungsstreit bei der AfD hat Parteichef Lucke mehr Disziplin von seinen Mitstreitern gefordert.

Berlin - Es gehe darum, in den Wahlen 2015 und 2016 die etablierten Parteien weiterhin "blass aussehen" zu lassen, schrieb Lucke in einer Rundmail an die "Mitglieder und Förderer der AfD", die der Nachrichtenagentur AFP vorliegt.

"Für eine erfolgreiche Arbeit müssen wir aber auch Disziplin wahren", mahnte Lucke. "Leider sind in der letzten Zeit AfD-interne Meinungsverschiedenheiten gezielt der Presse zugespielt worden." Dies schade dem Erscheinungsbild der Partei allgemein und insbesondere den Wahlkämpfern für die Bürgerschaftswahl am 15. Februar in Hamburg.

Lucke kündigte an, er werde "auf die persönlichen Angriffe, denen ich ausgesetzt bin, nicht öffentlich reagieren". Parteiintern wolle er aber "den sachlich teilweise falschen oder verzerrten Darstellungen entgegentreten". Deshalb habe er alle Landes-, Bezirks- und Kreisvorsitzenden zu einer nichtöffentlichen Konferenz am 18. Januar nach Frankfurt eingeladen. Dies sei erst geschehen, nachdem der Bundesvorstand "mit deutlicher Mehrheit" seine Unterstützung dafür ausgesprochen habe, betonte Lucke.

Medienberichten vom Wochenende zufolge hatten mehrere AfD-Funktionäre Lucke in einem Brief "Führung nach Gutsherrenart" vorgeworfen. Ein Kritikpunkt war, dass Lucke angeblich ohne Abstimmung mit dem Vorstand zu der Konferenz nach Frankfurt eingeladen habe.

Lucke schrieb in der Rundmail weiter, er werde wie angekündigt auf dem Bundesparteitag Ende Januar in Bremen "eine persönliche Erklärung zu den öffentlichen Angriffen und dem Streit um die künftige Führungsstruktur abgeben". Damit könnten "wichtige Entscheidungen für die Zukunft der AfD verbunden sein", fügte er hinzu.

Derzeit steht Lucke gemeinsam mit Frauke Petry und Konrad Adam an der Spitze der AfD. Lucke will aber den alleinigen Vorsitz übernehmen. Ein weiterer Streitpunkt ist der Umgang der AfD mit der islamfeindlichen Pegida-Bewegung, die besonders Parteivize Hans-Olaf Henkel kritisch sieht. Henkel sprach sich im "Handelsblatt" vom Dienstag erneut für Lucke als alleinigen Vorsitzenden aus. Der parteiinterne Streit sei von Petry und Adam ausgelöst worden, die Angst um ihren Einfluss bei der AfD hätten, sagte Henkel.

(xity, AFP)


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