Lockdown-Monate führten zu physischen und psychischen Belastungen bei Kindern

Umfrage: Eltern nehmen Müdigkeit und Antriebslosigkeit wahr

In fast jeder zweiten Familie haben die Einschränkungen der Lockdown-Monate einer Umfrage zufolge zu physischen und psychischen Belastungen bei den Kindern geführt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage für die pronova BKK.

In fast jeder zweiten Familie haben die Einschränkungen der Lockdown-Monate einer Umfrage zufolge zu physischen und psychischen Belastungen bei den Kindern geführt. In der Erhebung für die pronova BKK mit Sitz in Ludwigshafen, die der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag vorlag, gaben jeweils 46 Prozent der befragten Eltern an, dass die körperliche beziehungsweise psychische Gesundheit ihrer Kinder gelitten habe.

Der Medienkonsum (79 Prozent) und in selteneren Fällen auch Streitigkeiten in der Familie (36 Prozent) nahmen während des Lockdowns zu. 46 Prozent der Eltern sahen der Umfrage zufolge außerdem die körperliche Gesundheit ihrer Kinder durch Bewegungsmangel und fehlende motorische Entwicklungsmöglichkeiten beeinträchtigt. Für die Erhebung wurden im Juli bundesweit tausend Menschen ab 18 Jahren mit mindestens einem minderjährigen Kind im Haushalt repräsentativ befragt.

Konkret nahmen Eltern bei ihren Kindern ab sechs Jahren vor allem Müdigkeit (47 Prozent), Antriebslosigkeit (45 Prozent) und Konzentrationsschwierigkeiten (43 Prozent) wahr. Auch bei den Älteren ab elf Jahren spielten den Angaben zufolge Müdigkeit und Antriebslosigkeit eine dominierende Rolle. Neben der Unruhe hätten Kinder im Grundschulalter aber auch verstärkt mit Konzentrationsproblemen, Sehschwierigkeiten und Kopfschmerzen zu kämpfen.

Dennoch zeigten sich 73 Prozent der befragten Eltern zuversichtlich, dass ihre Kinder die Erfahrungen aus der Krise und dem Lockdown gut verarbeiten würden. 89 Prozent der Eltern sagten, dass es allen gut tue, dass die Kinder wieder in Schule und Kita gehen könnten. 66 Prozent machen sich aber nach den Schul- und Kitaschließungen Sorgen um die Bildungschancen ihrer Kinder.

© 2021 AFP