25.09.2020 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Lob für Beleuchtungsstopp am Kölner Dom bei Pegida-Demo

Lob für Beleuchtungsstopp am Kölner Dom bei Pegida-Demo

Röttgen: Stimmungsmache gegen Mitmenschen unchristlich

Aus der Politik kommt Lob für den angekündigten Beleuchtungsstopp am Kölner Dom während eines geplanten Pegida-Marsches am kommenden Montag.

Köln - Am kommenden Montag sind erneut islamfeindliche Pegida-Proteste geplant, unter anderem auch in Köln. Dort soll während der Demonstration am weltberühmten Dom die Außenbeleuchtung für zweieinhalb Stunden abgeschaltet werden. SPD-Fraktionsvize Rolf Mützenich sagte dem "Kölner Stadt-Anzeiger" dazu, er begrüße diese Entscheidung und halte sie für ein "sehr beachtenswertes und auch richtiges Signal". Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Norbert Röttgen (CDU), sagte, er sei "froh über dieses klare Zeichen der Abgrenzung". Stimmungsmache gegen Mitmenschen, zumal auch gegen solche, die in Not seien, sei "unchristlich".

FDP-Chef Christian Lindner sagte dem "Kölner Stadt-Anzeiger", bei dem Bündnis Pegida gehe es "längst nicht mehr um Sorgen wegen unbestreitbarer Integrationsprobleme", sondern es gehe um einen "Angriff auf die Liberalität unseres Landes". Das Kölner Erzbistum hatte am Dienstag erklärt, die Kirche wolle keine Kulisse für die Demonstration bieten und schalte daher die Beleuchtung ab. Damit folgt der Dom einer Aktion der Semperoper in Dresden, wo die Pegida ihren Ursprung hat.

Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) forderte derweil eine sachliche Auseinandersetzung mit den Protesten der islamfeindlichen Bewegung. Die Politik müsse sich angesichts der aktuellen Flüchtlingswelle mit den Sorgen vieler Menschen auseinandersetzen, sagte Müller der "Augsburger Allgemeinen". "Trotz bester Konjunktur" gebe es "Millionen armer Familien in Deutschland", sagte Müller. Vor allem in den Großstädten werde der Zuzug von immer mehr Flüchtlingen als Konkurrenz gesehen.

"Die Menschen haben Existenznöte, fühlen sich an den Rand gedrückt und machen auf sich aufmerksam, da sie sich nicht umfassend vertreten fühlen", sagte der Politiker der Zeitung. Auch darauf müsse die Politik den Fokus richten. Die Bewegung Pegida organisiert derzeit regelmäßig Kundgebungen in Dresden, in zahlreichen Städten gibt es mittlerweile Ableger. Pegida steht für "Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes".

(xity, AFP)


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