Literatur zwischen den Disziplinen

Experimentale III im Heinrich-Heine-Institut

Im Rahmen der Düsseldorfer Literaturtage lädt das Heinrich-Heine-Institut am Donnerstag, 16. Juni, 18.30 Uhr, in seine Räume zur "EXPERIMENTALE III".

Düsseldorf - Literatur, die künstlerische Verarbeitung von Text, kann heute viel mehr sein als schwarze Buchstaben auf Papier. Längst spielen Texte auch in anderen künstlerischen Disziplinen eine Rolle ? in der Musik, der bildenden Kunst, der Performance und im Tanz.

Nach 2013 und 2015 inszenieren in dieser vom Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf geförderten Veranstaltung nun bereits zum dritten Mal Künstlerinnen und Künstler in ihren jeweiligen Sparten experimentelle Zugänge zu Sprache und Text. Aus Wien kommen Ilse Kilic und Fritz Widhalm, die beide als Autoren in der Tradition der Wiener Gruppe tätig sind, also eine sprachspielerische, anti-narrative Richtung verfolgen. Gleichzeitig produzieren sie Filme und Comics und betreiben seit drei Jahrzehnten den interdisziplinär aufgestellten Verlag "Das Fröhliche Wohnzimmer". Aus Berlin stammen die Performance-Künstler Anja Ibsch und Jörn J. Burmester, die in ihrer Live Art ebenfalls Texte verarbeiten. Die Kölner Tänzerin Lenah Flaig wird die Tanzperformance "Hertylandia" beisteuern, die gleichfalls mit einem thematischen Text verbunden ist. Außerdem treten die Sopranistin Annette Elster und der Komponist Christoph Staude auf, beide leben und arbeiten auf der Raketenstation Hombroich. Während Annette Elster Kurz- und Kürzestvariationen auf Kafka-Texte vom ungarischen Komponisten György Kurtág präsentiert, wird Christoph Staude die Komposition "Seven Last Words" für Singstimme und Klavier zum Werk von James Joyce vorstellen.

Neben diesem Abendprogramm werden die sieben Künstler bereits am Vormittag in verschiedene Düsseldorfer Schulen gehen und ausgewählten Kursen ihre künstlerische Arbeit in Workshops näherbringen. Gerade experimentelle Zugänge sind Schülern heutzutage nicht mehr so präsent, derartige Konzepte und Verfahrensweisen bedürfen der Kontextualisierung. Die Künstler werden daher ihre Motivationen und Zielrichtungen konkret erklären, Fragen beantworten und versuchen, mit den Schülern eine kleine gemeinsame Aktion oder Performance zu erarbeiten. Die Kooperationspartner dabei sind das Comenius-Gymnasium in Oberkassel, die Dieter-Forte-Gesamtschule in Eller und das St. Ursula-Gymnasium in der Altstadt.

Der Eintritt kostet 5 Euro, ermäßigt 3 Euro. Für Schüler und Auszubildende ist der Eintritt kostenlos. Für weitere Informationen steht Dr. Enno Stahl vom Heinrich-Heine-Institut telefonisch unter 0211.89-9 59 86 zur Verfügung, per Fax unter 0211.89-2 90 44 oder per E-Mail an enno.stahl@duesseldorf.de