17.02.2019 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Literarischer Sommer in Mönchengladbach

Literarischer Sommer in Mönchengladbach

Vier Lesungen von P. Schneider und vielen mehr

Ab dem 22. Juli finden in Mönchengladbach vier Lesungen im Rahmen des literarischen Sommers statt. Neben dem vielfach ausgezeichneten Essayisten Peter Schneider, tragen auch Stefan Moster, Hans Croiset und Hatice Akyün vor.

Literatur und Sommer scheinen wie füreinander geschaffen zu sein. Lesen am Strand, auf einer schattenspendenden Terrasse, mit einer kühlenden Abendbrise, oder allein mit einem Buch auf einer Bank. Aber Literatur kann natürlich viel mehr sein als nur Wörter in der Sonne. Die Organisatoren des Literarischen Sommers laden von Juli bis September zu einer literarischen Reise zwischen Rhein und Maas ein. Das binationale Literaturfestival findet in diesem Sommer bereits zum 15. Mal statt. Bekannte und junge Autoren aus den Niederlanden, Deutschland, Russland oder der Türkei nehmen ihre Zuhörerinnen und Zuhörer mit auf eine literarische Reise um die Welt. In über 20 Lesungen an bekannten und unbekannten, an traditionellen und ungewöhnlichen Orten unterhalten, diskutieren und präsentieren die Autoren ihre Erzählungen und versetzen auf diese Weise ihre Zuhörer in Verzückung. In diesem Jahr machen beim Literarischen Sommer die Städte Aachen, Bedburg-Hau, Düsseldorf, Kerkrade, Krefeld, Mönchengladbach, Neuss, Vaals und Valkenburg mit. In Mönchengladbach vier Lesungen statt: mit Peter Scheider (22. Juli, 19.30 Uhr, Stadtteilbibliothek Rheydt), Stefan Moster (31. Juli, 19.30 Uhr, Geneickener Bahnhof), Hans Croiset (20. August, 19.30 Uhr Zentralbibliothek) und Hatice Akyün (29. August, 19.30 Uhr, Stadtteilbibliothek Rheydt)

Den Auftakt macht der vielfach ausgezeichnete Autor und Essayist Peter Schneider am Dienstag, 22. Juli, um 19.30 Uhr in der Rheydter Stadtteilbibliothek. Lesen wird er aus seinem Bestseller "Die Lieben meiner Mutter“. In seinem sehr persönlich gehaltenen Erinnerungsbuch verbindet der bekannte Romancier Peter Schneider (Jahrgang 1940) die Rekonstruktion der Lebensgeschichte seiner Mutter aus von ihr hinterlassenen Briefen und Notizen. Der besondere Reiz des Romans, der sprachlich ebenso wie in seiner literarischen Qualität überzeugt, liegt in der behutsamen Annährung des Sohnes an das menschliche Scheitern seiner Mutter und an seine eigenen Prägungen durch eine vielfach belastete Kindheit. Ein bewegendes Buch, das von der Kritik zu recht hoch gelobt und gefeiert wurde.

Am Donnerstag, 31. Juli, um 19.30 Uhr geht es mit dem Autor und Übersetzer Stefan Moster im Geneickener Bahnhof weiter. "Die Frau des Botschafters“ heißt sein aktueller Roman. Eines Abends findet Oda, die Frau des deutschen Botschafters, auf dem Bootssteg hinter ihrer Residenz in Helsinki einen großen Fisch – ein Geschenk von Klaus, der in einem Holzhaus am Meer lebt und die Diplomatenwelt lieber von ferne beobachtet. Es ist der Beginn einer ungleichen Freundschaft, einer abenteuerlichen Reise und eines wagemutigen Plans, eindrucksvoll erzählt von Stefan Moster. Der niederländische Autor Hans Croiset liest am Mittwoch, 20. August, um 19.30 Uhr in der Zentralbibliothek aus "Maskenball unter den Linden“. Hierin erzählt er die Geschichte des Schauspielers Moritz Akkermann, den ein lukrativer Sprechauftrag 1935 nach Berlin führt. Berlin ist verstörend: Die Flaggen, die Paraden, die unübersehbare Unterdrückung der jüdischen Bevölkerung überwältigen Moritz ebenso wie die Avancen einer bekannten deutschen Schauspielerin mit Verbindungen zu den höchsten politischen Kreisen. Nachdem deutsche "Rasseexperten“ ihm bescheinigt haben, dass er das Aussehen eines reinblütigen Ariers hat – Moritz ist jüdischer Abstammung –, und er die Möglichkeit bekommt, an der deutschen Aufführung von Joost van den Vondels Luzifer mitzuarbeiten, beginnt ein Spiel mit dem Feuer. Eindrucksvoll vermittelt der intelligente Roman das allgegenwärtige Gefühl der Bedrohung, ist voller überraschender Wendungen und wechselt gekonnt zwischen realistischen und surreal-grotesken Passagen.

Hatice Akyün beschließt am Freitag, 29. August um 19.30 Uhr in der Stadtteilbibliothek Rheydt mit ihrem Reportageroman "Ich küss dich, Kismet“ den Literarischen Sommer in Mönchengladbach. Von Männern hat Hatice Akyün erst mal die Nase voll – und irgendwie auch von Deutschland. Sind die deutschen Politiker schuld? Oder ihre türkische Familie? Oder ist es wieder einmal Kismet? Nach einem öffentlichen Wutausbruch verlässt die ewige "Quotentürkin“ Berlin Hals über Kopf und zieht nach Istanbul – auf der Suche nach ihrem anderen Ich. Voller Humor und Wärme schildert sie ihren Weg zurück in die Türkei. Schon bald zeigt sich aber, wie sehr sie der Heimat Deutschland, dem Ruhrgebiet und insbesondere ihrer Stadt Berlin verbunden ist. Und wieder stellt sich die Frage: In welcher Heimat ist sie nun zu Hause? 2005 veröffentlichte die Journalistin ihren ersten Roman "Einmal Hans mit scharfer Soße“, 2012 wurde der Bestseller verfilmt.

Der Eintritt zu den Veranstaltungen beträgt 8 EUR (ermäßigt 6 EUR). Mit der Festivalkarte für 25 EUR (ermäßigt 15 EUR) können alle Veranstaltungen in den beteiligten Städten besucht werden. Festivalkarteninhaber sollten sich rechtzeitig zu den Lesungen, die sie besuchen möchten, anmelden. Der Vorverkauf in den Mönchengladbacher Bibliotheken startet am Freitag, dem 20. Juni.


Tags:
  • Literarischer Sommer
  • Stadt Mönchengladbach
  • Peter Schneider
  • 22. Juli
  • Stefan Moster
  • Hans Croiset
  • Hatice Akyün

Copyright 2018 © Xity Online GmbH