24.03.2019 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Linken-Politikerin warnt vor "Bürgerkrieg" in der Türkei

Linken-Politikerin warnt vor "Bürgerkrieg" in der Türkei

Dagdelen befürchtet eine Destabilisierung der Region

Angesichts des Vorgehens der türkischen Regierung gegen die Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) hat die Außenexpertin der Linksfraktion im Bundestag, Sevim Dagdelen, vor einer Destabilisierung des Landes und der gesamten Region gewarnt.

Berlin - Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan verfolge eine "Strategie der Spannung", die in der Türkei die Angst vor Anschlägen und sogar einem "Bürgerkrieg" wachsen lasse, sagte Dagdelen in Berlin. "Es ist nicht auszuschließen, dass die PKK wieder zu den Waffen greifen wird."

Sie hoffe, dass die PKK dieser "Provokation nicht nachgibt", fügte die türkischstämmige Abgeordnete hinzu. Dagdelen zeigte sich jedoch pessimistisch, da die Regierung in Ankara nicht nur innerhalb der Türkei, sondern auch im Nordirak gegen die Kurden vorgehe. "Deswegen befürchte ich eine noch größere Destabilisierung der gesamten Region", fügte sie im Hinblick etwa auf den Irak und Syrien hinzu.

"Für uns wird das auch Auswirkungen haben", sagte die Linken-Politikerin. "Es wird noch mehr Flüchtlingsbewegungen geben aus der Region."

In der Türkei eskaliert seit einem Anschlag auf ein prokurdisches Treffen mit 32 Toten der Konflikt zwischen dem türkischen Staat und den kurdischen Rebellen. Die PKK wies der türkischen Regierung eine Mitschuld für den Anschlag zu, für den Ankara die Extremistenorganisation Islamischer Staat (IS) verantwortlich machte. Die PKK griff daraufhin türkische Polizisten an, die Regierung bombardiert nun PKK-Stellungen im Nordirak und in der Türkei.

Das türkische Militär fliegt seit Freitag zudem Luftangriffe auf Stellungen der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien. Dagdelen warf der türkischen Regierung vor, den IS in der Vergangenheit unter anderem mit Waffen unterstützt zu haben. Der Grund für das nun zu beobachtende Vorgehen der Türkei gegen den IS sei, dass den Dschihadisten nicht der von Erdogan gewünschte Sturz des syrischen Machthabers Baschar al-Assad gelungen sei. Auch habe der IS es nicht erreicht, die Selbstverwaltungsstrukturen in den syrischen Kurdengebieten zu zerschlagen.

(xity, AFP)


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