19.10.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Linken-Fraktionsvize Ernst beklagt Ost-Dominanz

Linken-Fraktionsvize Ernst beklagt Ost-Dominanz

In Fraktionsführung einziger Westdeutscher aus WASG

Linken-Fraktionsvize Klaus Ernst beklagt eine Dominanz ostdeutscher Politiker in der heutigen Führung seiner Partei.

Berlin - Zehn Jahre nach dem Aufruf zur Gründung der Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit sei von der WASG personell nicht mehr viel übrig, kritisierte der ehemalige Linksparteichef und WASG-Mitbegründer in der "Berliner Zeitung". In der Fraktionsführung sei er inzwischen der einzige Westdeutsche aus der WASG.

"Ein Teil der Ost-Funktionäre wollte sehr schnell wieder die Macht in der Partei", sagte Ernst. Zwar hätten damals alle die gemeinsame Linke gewollt, "aber an manchen Stellen waren wir bei der WASG wohl zu nachgiebig und auch zu naiv. Es war eben nicht so, dass alle aus Überzeugung mit der WASG zusammen gehen wollten", sagte der Gewerkschafter.

Ernst kritisierte zugleich, dass die Fraktion zu viele unproduktive Flügelkämpfe austrage. "Da streiten teilweise dieselben Leute wie vor 15 oder 20 Jahren um dieselben Fragen. Ost-Pragmatiker und West-Fundis gab es in der PDS auch schon vor der Fusion. Der Kern der ehemaligen WASG gehörte zu keinem dieser Blöcke und ist leider zwischen ihnen unter die Räder gekommen", beklagte der Linken-Politiker. Die Wahlalternative war im Frühjahr 2004 von überwiegend linken Sozialdemokraten und Gewerkschaftern ins Leben gerufen worden.

(xity, AFP)


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