Lindner sieht nur in Rheinland-Pfalz Chancen für Ampel-Koalition

FDP-Chef: Nirgendwo sonst eine vergleichbare Konstellation

FDP-Chef Christian Lindner sieht in den Verhandlungen über eine Ampel-Koalition in Rheinland-Pfalz kein Vorbild für andere Länder oder den Bund.

Mainz - "Nirgendwo sonst sehe ich eine vergleichbare Konstellation: nicht im Bund, nicht in Nordrhein-Westfalen und erst recht nicht unter Führung der Grünen in Baden-Württemberg", sagte Lindner der "Welt am Sonntag".

In Rheinland-Pfalz verhandelt die FDP seit vergangener Woche mit SPD und Grünen über eine Ampel-Koalition. In Baden-Württemberg hatte sie Verhandlungen über ein solches Bündnis abgelehnt. Dort begannen am Freitag die Gespräche über ein grün-schwarzes Regierungsbündnis unter Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne).

Lindner verteidigte die Entscheidung beider Landesverbände. In Rheinland-Pfalz finde er es richtig zu prüfen, "ob es die Chance auf eine andere Politik gibt", sagte der FDP-Chef. Dort gebe es eine sozialliberale Tradition und aus der Zeit der gemeinsamen Regierung mit der SPD bis 2006 noch Kollegialität. "Zudem wäre in einem Dreierbündnis die FDP die zweitstärkste Kraft vor den Grünen", sagte Lindner. Auch in Rheinland-Pfalz gehe die FDP aber nur in eine Regierung, "wenn sie ihre Handschrift deutlich machen kann".

In Baden-Württemberg sei es dagegen nicht realistisch, etwas vom Programm der FDP umzusetzen, begründete Lindner die Ablehnung, dort ebenfalls über eine "Ampel" zu verhandeln. Selbst mit Kretschmann an der Spitze blieben die Grünen eine Partei, "die ideologisch ganz woanders unterwegs ist als wir". In Baden-Württemberg hätten sie die Koalition dominiert - anders als in Rheinland-Pfalz, wo die Grünen kleinster Partner wären.

(xity, AFP)