Lindner kann sich Ampelbündnis mit Grünen und SPD nicht vorstellen

FDP-Chef verweist auf große politische Differenzen

FDP-Chef Christian Lindner kann sich eine Ampel-Koalition mit der SPD und den Grünen nach der Bundestagswahl nicht vorstellen.

FDP-Chef Christian Lindner kann sich eine Ampel-Koalition mit der SPD und den Grünen nach der Bundestagswahl nicht vorstellen. "Mir fehlt die Fantasie, welches Angebot man uns machen könnte", sagte Lindner dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Sonntagsausgaben). Er gehe "ohnehin davon aus, dass die Union als stärkste Kraft den Auftrag zur Regierungsbildung erhält", sagte der FDP-Chef. Die "entscheidende Frage des Wahlkampfs" sei für ihn, "ob es Schwarz-Grün wird oder ob die FDP Einfluss hat".

Die FDP wolle so stark werden, dass Schwarz-Grün oder Rot-Grün-Rot keine Mehrheit bekomme, sagte der Liberalen-Chef. Er verwies darauf, dass die FDP in Nordrhein-Westfalen "erfolgreich" mit der CDU regiere. "Dort ist die Nähe am größten. Aber ob daraus im Bund Jamaika oder eine Deutschlandkoalition wird, liegt nicht an uns."

Um Abgrenzung zu einer Ampelkoalition bemüht sich die FDP auch in einem neuen Strategiepapier, welches das Präsidium am Montag verabschieden will. Das Papier enthält laut einem Bericht der "Rheinischen Post" (Montagsausgabe) ein klares Bekenntnis zum Rückzug des Staates aus der Wirtschaft und eine Absage an Steuererhöhungen; zudem fordert die FDP darin den Ausstieg aus den Lockdown und aus Corona-Maßnahmen.

Mit dem Papier will die FDP-Spitze dem Bericht zufolge inhaltliche Unterschiede zu SPD und Grünen deutlich machen und sich von einer Ampel distanzieren. Rechnerisch könnte ein solches Dreierbündnis den letzten Umfragen zufolge auf eine Mehrheit im Bundestag kommen.

© 2021 AFP