26.09.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Liebe bringt alles ins Rollen

Liebe bringt alles ins Rollen

Zynischer Aufreißer in moralischem Dilemma

Wie soll man der Angebeteten im Rollstuhl gestehen, dass man die eigene Behinderung nur vortäuscht? Die Folgen schäbiger List lassen einen überraschend herzlich lachen und bieten zartbitteren Genuss.

Düsseldorf - Ins moralische Dilemma befördert hat den alternden Beau, zynischen Aufreißer und despotischen Marketingleiter für hippe Sportschuhe ein gemeiner Trick. Um die Pflegerin Julie (Caroline Anglade) rumzukriegen, mimt Jocelyn im Rollstuhl seiner verstorbenen Mutter den Hilfsbedürftigen. Doch ehe er sich versieht, findet er sich Florence gegenüber. Verrät sein Blick Erschrecken über die Behinderte oder einen Anflug von Liebe? Womöglich beides. Jedenfalls hält Jocelyn den Kontakt aufrecht - im Rollstuhl.

Seine ergebene Sekretärin Marie (Elsa Zylberstein) und sein Arzt und bester Freund Max (Gérard Darmon) finden ganz und gar nicht gut, was er da treibt. Sie liegen ihm in den Ohren, er müsse Florence sagen, dass er gehen kann. Doch je tiefer seine Gefühle werden, umso schwerer fällt ihm das, fürchtet er doch, ob seiner Lüge Florence zu verlieren. Da hat sein Vater (Claude Brasseur), auch ein Schürzenjäger mit viel Erfahrung, eine verrückte Idee.

Franck Dubosc, der Jocelyn spielt, ist in seinem Heimatland Frankreich ein bekannter Film- und Fernsehkomiker. Schon früher hat er sich seine Rollen bisweilen selbst geschrieben. Bei "Liebe bringt alles ins Rollen" ist es das ganze Drehbuch - und Regie geführt hat er auch. Alle drei Jobs macht er hervorragend. Auch die französische Fachpresse war angetan von dem, was jemand cineastisch zustande bringt, den sie eigentlich nur als Hampelmann kannte.

Dubosc gelingt nichts weniger als die Wiederbelebung und Modernisierung der französischen hedonistischen Filmkomödie der 1970er-Jahre. In der Ära der Inklusion entdeckt der Verführer ganz neue Empfindungen. Äußerst facettenreich gibt Dubosc den Macho, der sich nur schwer an den Gedanken gewöhnt, eine Behinderte zu lieben, aber in ihrer Gegenwart lernt, sich dafür zu verabscheuen. Alexandra Lamy verkörpert perfekt ein innovatives Frauenbild. Ihre Florence ist sportlich und erfolgreich trotz Handicap, ohne dass Lamy Momente der Verbitterung im angestrengten Lächeln ihrer Figur unterschlagen würde.

Weietre Fotos und Trailer findet ihr hier


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