Lemke: Atomkraft ist nicht nachhaltig

Umweltministerin gegen Einstufung von Atomenergie als klimafreundlich auf EU-Ebene

Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) hat vor der Einstufung von Atomkraft als nachhaltige Energieform auf EU-Ebene gewarnt.

Berlin - Einen solchen Schritt halte sie "für den falschen Weg", sagte Lemke am Mittwoch den Sendern RTL und ntv. "Eine Technologie, bei der es keine Lösung für die Entsorgung von giftigem Müll gibt, kann nicht nachhaltig sein."

Während in Deutschland in den kommenden Tagen drei der letzten sechs Atomkraftwerke vom Netz gehen, diskutiert die EU-Kommission die Einstufung der Atomkraft als klimafreundliche Energieform. Die Einstufung ist Teil der von der Kommission geplanten neuen Taxonomie für nachhaltige Energieformen, bei der es auch um die mögliche Bewertung von Gas als nachhaltiger Übergangstechnologie geht.

Vor allem Frankreich wirbt mit Nachdruck für eine Einstufung der Atomkraft als nachhaltig. Präsident Emmanuel Macron hatte kürzlich Investitionen in Höhe von einer Milliarde Euro in die Atomkraft angekündigt. Auch Polen und sechs weitere osteuropäische Länder drängen die EU-Kommission, Atomstrom als nachhaltig anzuerkennen.

Lemke sagte mit Blick auf die europäischen Nachbarstaaten, die verstärkt auf Atomkraft setzen: "Die Sicherheit in den Nachbarländern muss gewährleistet sein. Ich erwarte von den Staaten, dass sie ihre Nachbarländer darüber informieren, was mit dem Atommüll passiert."

(xity, AFP)