Leiter von Berliner Stasi-Gedenkstätte wehrt sich gegen Fusionspläne

Knabe pocht auf Selbstständigkeit der Einrichtung in Berlin-Hohenschönhausen

Der Leiter der Stasi-Gedenkstätte in Berlin-Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, wehrt sich gegen Pläne, die Einrichtung in einer neu zu gründenden Stiftung aufgehen zu lassen.

Berlin - "Ich sehe mit Befremden, dass solche Pläne öffentlich lanciert werden, ohne mit mir vorher darüber gesprochen zu haben", sagte Knabe der "Mitteldeutschen Zeitung" vom Samstag. Er sprach von einer drohenden "feindlichen Übernahme" der Gedenkstätte.

Hintergrund sind Empfehlungen einer Expertenkommission, die Gedenkstätte in dem früheren Stasi-Gefängnis in Hohenschönhausen mit der ehemaligen Stasi-Zentrale in Berlin-Lichtenberg zusammenzulegen. Knabe hielt dagegen, Hohenschönhausen sei "ein bekanntes Synonym für die Unterdrückung durch die Staatssicherheit", das selbstständig bleiben müsse.

Die Expertenkommission des Bundestages hat auch vorgeschlagen, die Stasi-Akten in die Hoheit des Bundesarchivs zu überführen. Auch dies ist allerdings umstritten. Einzelheiten der Empfehlungen sollen Mitte April bekanntgegeben werden.

(xity, AFP)