Leichter Rückgang der Arbeitslosigkeit

Kurzarbeit hilft weiterhin bei der Stabilisierung

Die Arbeitslosigkeit ist den dritten Monat in Folge leichtgesunken. Seit Beginn der Pandemie steigt jedoch die Anzahl langzeitarbeitsloser Menschen.

Düsseldorf „Der Arbeitsmarkt im April lässt uns in der Pandemie etwas aufatmen. Die Arbeitslosigkeit ist auch im aktuellen Berichtsmonat wiederleicht gesunken. über 1.800 Düsseldorferinnen und Düsseldorferhaben im April trotz des Lockdowns einen neuen Job gefunden. Der Anstieg der Langzeitarbeitslosigkeit allerdings macht Sorge“, fasst Birgitta Kubsch-von Harten, Leiterin der Agentur für Arbeit Düsseldorf, die aktuelle Entwicklung am Arbeitsmarkt zusammen.

Arbeitslosigkeit
Die Arbeitslosigkeit ist von März auf April 2021 um 175 Personen leicht gesunken (-0,6 Prozent). 28.393 Menschen sind in Düsseldorf aktuell arbeitslos, 3.057 Personen mehr als im April 2020 (+12,1 Prozent). Die Arbeitslosenquote beträgt aktuell 8,2 Prozent. Im März lag sie bei 8,3 Prozent, vor einem Jahr bei 7,4 Prozent.

Die Zahl der Personen, die sich aufgrund von Entlassungen arbeitslos gemeldet haben, stieg zum Vormonat. Gleichzeitig nahmen jedoch auch die Beschäftigungsaufnahmen zu. 1.803 Düsseldorferinnen und Düsseldorfer meldeten sich aus einer Beschäftigung heraus im Monat Aprilarbeitslos. Das sind 16,5 Prozent mehr als im Vormonat. 1.825 Personen traten im selben Zeitraum eine neue Arbeitsstelle an. Das waren 13,6 Prozent mehr als im März 2021.

Im April waren 1.857 unter 25-Jährige arbeitslos. Die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen sank im Vergleich zum Monat März um 18 Personen (-1,0 Prozent). Die Arbeitslosenquote bei der Personengruppe der Jugendlichen liegt unverändert zum Vormonat aktuell bei 6,3 Prozent. Vor einem Jahr betrug sie 5,1 Prozent.

Besonders deutlich machen sich die Auswirkungen der Pandemie bei der Langzeitarbeitslosigkeit bemerkbar. Aktuell sind 11.559 Menschen in Düsseldorf länger als ein Jahr arbeitslos. Das sind 398 Menschen mehr als noch im März 2021 und 3.727 mehr als vor einem Jahr im April (+47,6 Prozent). Die seit Beginn der Pandemie eingeschränkten Beschäftigungschancen bedeuten für viele arbeitslose Menschen, dass sie länger suchen müssen und somit länger arbeitslos bleiben.

„Langzeitarbeitslosigkeit hat Auswirkungen auf alle Bereiche des Lebens. So spielt beispielsweise auch der gesundheitliche Aspekt eine besondere Rolle. Wer lang-zeitarbeitslos ist, trägt ein höheres Risiko zu erkranken. Uns ist die gesellschaftliche Verantwortung bewusst, die wir als Arbeitsagentur gemeinsam mit dem Jobcenter und den Partnern am Arbeitsmarkt in Düsseldorf tragen. Nun muss es mit einem gemeinschaftlichen Kraftakt gelingen, langzeitarbeitslose Menschen auch in Zeiten der Pandemie zurück in den Arbeitsmarkt zu begleiten. Unternehmen erhalten um-fangreiche Beratungsangebote und finanzielle Hilfen, wenn sie bei dieser Aufgabe unterstützen“, erklärt Birgitta Kubsch-von Harten. Sie verweist dabei auf die Beratung des Arbeitgeber-Services des Jobcenters und der Agentur für Arbeit Düsseldorf.

Unterbeschäftigung
Regelmäßig weist die Bundesagentur für Arbeit die Unterbeschäftigung aus. Die gesamte Unterbeschäftigung einschließlich der Zahl der gemeldeten Arbeitslosen betrug im April 36.967 Personen. Die Unterbeschäftigungsquote, die unter anderem auch die Personen umfasst, die sich in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen befinden, liegt –sowie im Vormonat -aktuell bei 10,5 Prozent. Vor einem Jahr betrug sie 9,7 Prozent.

Arbeitskräftenachfrage
Die Nachfrage nach Arbeitskräften hat seit März 2020 coronabedingt spürbar abgenommen. Im Monat April 2021 wurden der Agentur für Arbeit Düsseldorf 1.135 neue sozialversicherungspflichtige Stellen zur Besetzung gemeldet, 18 Stellen weniger als im Vormonat, jedoch 519 Stellen mehr als vor einem Jahr im April 2020 (+84,3 Prozent). 4.144 Arbeitsstellen stehen aktuell für die Vermittlung zur Verfügung.Im Vergleich zum März 2021 sind das 204 Stellen mehr (+5,2 Prozent), 11,4 Prozent weniger als im April 2020.

Kurzarbeit
Im April zeigten 63 Betriebe Kurzarbeit neu an. Davon betroffen waren 873 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Im April vor einem Jahr waren es 6.205 Betriebe für 149.447 Beschäftigte.

Hinweis zur Statistik konjunktureller Kurzarbeit
Die April-Zahlen zu den Anzeigen Kurzarbeit sind vorläufig. Die Anzahl der Kurzarbeit-Anzeigenkann von der Anzahl der tatsächlich realisierten Kurzarbeit abweichen. Zunächst zeigen die Unternehmen an, dass sie Kurzarbeit in Anspruch nehmen werden. Nach der Anzeige können die Unternehmen das Instrument flexibel entsprechend ihres Bedarfs einsetzen. Rückwirkend werden die Abrechnungen bei der Agentur für Arbeit eingereicht. Erst der rückwirkende Antrag enthält eine detaillierte Aufstellung der tatsächlich in Anspruch genommenen Kurzarbeit. Für diesen Antrag haben die Unternehmen drei Monate Zeit.