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Lehrerberuf für die besten Schüler wenig attraktiv

Studie: Guten Abiturienten fehlen Aufstiegschancen

Einer Untersuchung zufolge ist der Lehrerberuf für die besten Schüler eines Abiturjahrgangs nur selten eine tatsächliche Option.

Berlin - Gerade die besten Schüler wollen nur selten Lehrer werden. Nur für 17 Prozent der guten Abiturienten ist der Beruf eine tatsächliche Option, wie aus dem Hochschul-Bildungs-Report des Stifterverbandes für die deutsche Wissenschaft hervorgeht. Mitschüler mit schlechteren Noten zeigen dagegen deutlich größeres Interesse am Lehrerberuf.

Während laut einer Umfrage im Auftrag des Stifterverbandes und des Beratungsunternehmens McKinsey fast die Hälfte (48,3 Prozent) aller Abiturienten mit einer Durchschnittsnote zwischen 2,1 und 4,0 am Lehrerberuf "eher" bis "sehr" interessiert ist, trifft dies nur für 38,1 Prozent der Abiturienten mit einem Schnitt zwischen 1,0 und 2,0 zu.

Ein wesentlicher Grund für das vergleichsweise geringe Interesse der besten Schüler, Lehrer zu werden, sind der Studie zufolge fehlenden Karrierechancen. Vier von fünf Abiturienten geben demnach an, dass gute Aufstiegschancen ein "eher" oder "sehr wichtiges" Kriterium für ihre Berufswahl sind. Doch nur etwas mehr als jeder Vierte (28,1 Prozent) gehe davon aus, dass dieses Kriterium für den Lehrerberuf zutreffe.

Die Autoren der Studie mahnen aber zugleich, für das Lehramt müssten "nicht nur Personen mit guten Noten gewonnen werden, sondern auch diejenigen, die für die Schule die richtige Persönlichkeit mitbringen". Der Mehrzahl der an dem Beruf interessierten Abiturienten scheinen laut dem Report aber zwei wichtige Eigenschaften zu fehlen: Nur 16 Prozent von ihnen schätzen Selbstvertrauen und nur 13 Prozent Durchsetzungsfähigkeit als persönliche Stärke ein.

Der Stiftverband forderte als Konsequenz aus den Ergebnissen unter anderem, Aufstiegsmöglichkeiten für Lehrer auszubauen. Zudem regte der Verband an, neue Stellenkategorien wie Schul- oder Unterrichtsassistenten einzuführen, um Lehrer für ihre pädagogischen Kernaufgaben zu entlasten. Auch der Praxisbezug des Studiums sollte nach Ansicht der Autoren noch verbessert werden.

Der Stifterverband kritisierte zudem, dass es im gesamten Hochschulsystem keine ausreichenden Verbesserungen gegeben habe. Der Hochschul-Bildungs-Index stieg im Jahr 2012 auf zehn Punkte und lag damit deutlich unter der angestrebten Zielmarke von 20 Punkten. Mit dem Index soll anhand von sechs Handlungsfeldern gemessen werden, ob sich bis zum Jahr 2020 "ein durchlässiges, nachfrage- und bedarfsorientiertes Hochschulsystem entwickelt".

Dabei wurde das Jahr 2010 als Ausgangsjahr auf null Punkte gesetzt und das Jahr 2020 auf 100 Punkte. Damit muss sich der Index im Durchschnitt jedes Jahr um zehn Punkte steigern. Die größten Verbesserungen wurden im Jahr 2012 laut der Studie im Bereich der Internationalisierung und der Chancengerechtigkeit erzielt. Besonders schlecht schnitt die Lehrer-Bildung ab.

(xity, AFP)


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