19.10.2019 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Lehrer besser vor Burnout schützen

Lehrer besser vor Burnout schützen

Gutachten zur psychischen Belastungen vorgelegt

Renommierte Bildungsforscher haben dazu aufgerufen, mehr gegen Burnout-Erkrankungen bei Lehrern und anderen Beschäftigten im Bildungswesen zu unternehmen.

Berlin - Der Aktionsrat Bildung appellierte in München an Bund und Länder, Maßnahmen zur Gesundheitsförderung und zur Vorbeugung psychischer Erkrankungen zu ergreifen. Es leiden demnach 30 Prozent der Beschäftigten im Bildungswesen unter psychischen Problemen.

In dem vorgelegten Gutachten "Psychische Belastungen und Burnout beim Bildungspersonal" wird unter anderem empfohlen, die Lehrerkompetenzen zur Stressprävention und effektivem Klassenmanagement zu fördern. Zudem soll es zu Beginn eines Lehramtsstudiums Auswahl- und Beratungsgespräche geben, um über die Anforderungen des Berufs aufzuklären. Studenten sollen nach Ansicht der Experten zudem etwa durch Unterrichtspraktika früh Erfahrungen in der Praxis sammeln.

"Die Analysen sind besorgniserregend", erklärte der Vorsitzende des Aktionsrates, Dieter Lenzen. Bleibe der Status Quo unverändert, seien Abstriche in der Bildungsqualität die Folge. Neben Lenzen, der Präsident der Uni Hamburg und Vizepräsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) ist, gehören dem Gremium noch zahlreiche weitere renommierte Bildungsforscher wie der PISA-Forscher Manfred Prenzel an. Der Aktionsrat Bildung konstituierte sich im Jahr 2005 auf Initiative der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw).

Der Vorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, Heinz-Peter Meidinger, forderte ebenfalls, Lehrer besser vor psychischen Belastungen zu schützen. Es sei ein "Skandal", dass der Staat als größter Arbeitgeber von rund 700.000 Lehrern nicht in der Lage sei, ein flächendeckendes Angebot an Arbeitsmedizinern, Psychologen und medizinischen Zentren zu finanzieren, kritisierte Meidinger. Hauptursache für eine Überlastung sei aber nicht die fehlende Trennung von Berufs- und Privatleben, sondern die im internationalen Vergleich zu hohen Gesamtarbeitszeiten der Lehrer.

(xity, AFP)


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