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Lebenslange Freiheitsstrafe im "Maskenmann"-Prozess

Angeklagter des versuchten Mordes schuldig gesprochen

Im Prozess gegen den sogenannte Maskenmann hat das Landgericht Frankfurt an der Oder den Angeklagten zu lebenslanger Haft verurteilt.

Frankfurt an der Oder - Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der 47-Jährige 2011 und 2012 südöstlich von Berlin eine Millionärsfamilie überfallen und deren Personenschützer schwer verletzt sowie einen Investmentbanker entführt hat, wie eine Gerichtssprecherin sagte. Der ehemalige Dachdecker aus Berlin hatte die Vorwürfe vor Gericht bestritten.

Das Gericht sprach Mario K. nun nach rund einem Jahr Verhandlungsdauer des versuchten Mordes, der gefährlichen Körperverletzung und des erpresserischen Menschenraubs schuldig. Die Richter folgten damit dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Nebenklage hatte lebenslang plus Sicherungsverwahrung gefordert. Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert.

Bei ihrem Urteil stützten sich die Richter allein auf Indizien. Die Vielzahl der Indizien gegen den vorbestraften Angeklagten von der Beschreibung des Täters bis hin zu Verhaltensweisen nach der Tat waren den Angaben zufolge für die Kammer in der Gesamtschau aber überzeugend. Das Gericht ging auch davon aus, dass alle Taten von demselben Täter begangen wurden.

Laut Anklage hatte Mario K. im Oktober 2012 einen Investmentbanker in seinem Wochenendhaus in Storkow überfallen. Er zwang demnach die Ehefrau und den Sohn des Opfers, den Mann zu fesseln. Anschließend soll er den Entführten mit einem Kajak und einer Luftmatratze auf eine kleine Schilfinsel im Storkower See gebracht und ihn gezwungen haben, einen Brief mit einer Lösegeldforderung in Höhe von einer Million Euro zu schreiben. Der damals 51-Jährige konnte sich nach zwei Tagen schließlich selbst befreien.

Bereits im Jahr davor hatte Mario K. der Anklage zufolge in Bad Saarow die Frau eines Berliner Unternehmers niedergeschlagen und wenig später auf einer Pferdekoppel die Tochter der Millionärsfamilie bedroht. Als der jungen Frau ein Personenschützer zu Hilfe kam, soll er aus wenigen Metern Entfernung auf ihn geschossen haben. Der Mann konnte nur durch eine Notoperation gerettet werden und ist heute querschnittsgelähmt. Auch auf die flüchtende junge Frau schoss K. demnach, die Schüsse verfehlten ihr Ziel. Nach Ansicht der Kammer konnte dem Angeklagten in diesem Fall kein Tötungsvorsatz nachgewiesen werden.

Der Täter hatte bei seinen Angriffen jeweils Tarnkleidung getragen und sich mit einer Imkermaske vermummt - daher der Name "Maskenmann". K. war im September 2013 von einem Mobilen Einsatzkommando (MEK) der Polizei festgenommen worden.

Der Prozess hatte im Mai vergangenen Jahres begonnen. Kurz vor der Urteilsverkündung waren erneut Zweifel an der Täterschaft des Angeklagten laut geworden. Nach Medienberichten, wonach nicht ausreichend gegen einen verdächtigen Ex-Polizisten ermittelt worden sei, hatte die Verteidigung den Wiedereinstieg in die Beweisaufnahme beantragt. Das Gericht sah letztlich jedoch keinen begründeten Verdacht gegen den ehemaligen Polizeibeamten.

(xity, AFP)


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