Lauterbach: Inzidenz liegt zwei bis drei Mal höher als angegeben

Minister hält aktuelle Schutzmaßnahmen für unzureichend

Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Infektionen liegt nach Einschätzung von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) zwei bis drei Mal höher als in den derzeitigen Statistiken ausgewiesen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Infektionen liegt nach Einschätzung von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) zwei bis drei Mal höher als in den derzeitigen Statistiken ausgewiesen. Wegen der Feiertage gebe es momentan eine "deutliche Untererfassung" der Ansteckungsfälle, sagte Lauterbach am Mittwoch in Berlin. "Die gegenwärtig ausgewiesene Inzidenz unterschätzt die Gefahr, in der wir uns befinden", warnte er.

Das Robert-Koch-Institut hatte die Sieben-Tage-Inzidenz am Morgen mit 205,5 angegeben. Sie sank damit leicht gegenüber dem Vortag. Lauterbach nannte eine Reihe von Gründen, weswegen von einer erheblichen Untererfassung ausgegangen werden müsse.

So werde wegen der Feiertage derzeit weniger getestet, und von den tatsächlich vorliegenden Testergebnissen würden weniger an die Gesundheitsämter weitergeleitet, sagte Lauterbach. Die Ämter hätten zudem mit Personalmangel zu kämpfen, was sich während der Feiertage "besonders deutlich" bemerkbar mache.

Er rechne mit einer weiteren "deutlichen Steigerung" sowohl der Gesamt-Inzidenz als auch der Ansteckungsfälle mit der besonders infektiösen Virusvariante Omikron. Dies werde neue Schutzmaßnahmen erforderlich machen, sagte der Minister. Die derzeit geltenden Maßnahmen "werden nicht reichen, einen deutlichen Anstieg der Omikron-Fälle zu verhindern".

Lauterbach appellierte an die Bürger, die Kontakte so weit wie möglich zu reduzieren. "Ich appelliere an die Bevölkerung, den Jahreswechsel sehr vorsichtig zuzubringen", sagte er. "Bitte feiern Sie in ganz kleiner Runde. Gefährden Sie sich nicht gegenseitig."

© 2021 AFP