Lauterbach hält Bußgelder für Impfverweigerer für unvermeidlich

Gesundheitsminister für Impfpflicht für Erzieher

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hält Bußgelder für Impfverweigerer für unvermeidlich.

Berlin - Wenn jemand nicht zahle, "müssen die Bußgelder empfindlich erhöht werden", sagte Lauterbach dem Nachrichtenmagazin "Spiegel" laut einer Vorabmeldung vom Freitag. Ins Gefängnis müsse dafür niemand. "Aber ich bin mir sicher, dass wir allein mit der Ankündigung der allgemeinen Impfpflicht schon sehr viele Menschen erreichen werden."

Lauterbach sprach sich außerdem für eine Impfpflicht für Erzieherinnen und Erzieher aus. "Nach allem, was wir bislang wissen, befällt die neue Omikron-Variante Kinder sehr viel stärker als die bisherigen Varianten", sagte er. Die Kinder infizierten sich häufiger und sie erkrankten auch schwerer. Deshalb werde auch die Kinderimpfung wichtiger. Bundestag und Bundesrat entscheiden am Freitag über eine Impfpflicht für das Personal von Krankenhäusern und Altenheimen.

Angesichts des Personalmangels in der Pflege kündigte der Gesundheitsminister an, mit wirtschaftlichen Anreizen den Pflegeberuf attraktiver machen zu wollen. "Ich könnte mir vorstellen, dass Sonn- und Feiertagsdienste für diese wichtigen Berufe komplett abgabenfrei entlohnt werden", sagte der SPD-Politiker. Den Vorschlag von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU), die Gehälter von Intensivpflegekräften zu verdoppeln, hält Lauterbach für wenig zielführend. Damit entstünde eine große Lohnlücke zwischen den Pflegekräften auf der Intensivstation und in anderen Bereichen.

Der in den vergangenen Monaten in den Medien omnipräsente SPD-Politiker will künftig nicht mehr so oft in Talkshows auftreten. "Ich werde seltener in Talkshows sein, weil ich jetzt eine andere Arbeit leisten muss", sagt Lauterbach dem "Spiegel". Trotzdem werde er auch weiter Öffentlichkeitsarbeit machen. "In einer Gesundheitskrise, in der es darum geht, die Bevölkerung mitzunehmen, ist es zentral, dass der Minister Wissenschaft und Politik in Alltagssprache übersetzt."

(xity, AFP)