24.10.2019 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Lauterbach erwartet deutlich steigende Pflege-Beiträge

Lauterbach erwartet deutlich steigende Pflege-Beiträge

Schwarz-Rot will Versicherungsleistungen ausbauen

Die Bundesbürger müssen sich nach Einschätzung des SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach auf deutlich steigende Beiträge zur Pflegeversicherung einstellen.

Berlin - Die Pflege werde "stetig teurer werden", sagte Lauterbach im Deutschlandfunk. Das Ausmaß der Steigerung lasse sich nur schwer prognostizieren. "Aber es würde mich persönlich nicht überraschen, wenn der Beitragssatz für die Pflege bis zum Jahr 2050 sich im Vergleich zu heute verdoppeln würde." Das Beitragsplus werde aber auch davon abhängen, ob es gelingen werde, die Risikofaktoren für spätere Pflegebedürftigkeit zu beeinflussen.

Der Beitragssatz zur Pflegeversicherung liegt derzeit bei 2,05 Prozent (bei Kinderlosen bei 2,3 Prozent). Schwarz-Rot hat sich im Koalitionsvertrag darauf verständigt, ihn in den kommenden Jahren in mehreren Stufen um insgesamt 0,5 Prozentpunkte anzuheben. Finanziert werden sollen damit die von der Koalition geplanten Leistungsverbesserungen. Künftig sollen stärker nicht nur körperliche Einschränkungen, sondern auch psychische Einschränkungen eine Pflegebedürftigkeit begründen können.

Das bisherige Drei-Stufen-Modell bei der Begutachtung und Einstufung von Pflegebedürftigen solle durch fünf Pflegegrade ersetzt werden. Bisher wurde die Pflegestufe von den körperlichen Einschränkungen bestimmt, künftig sollen auch geistige und psychische Beeinträchtigungen gleichermaßen berücksichtigt werden. Der neue Pflegebegriff soll zunächst in bestimmten Regionen getestet werden, bevor er flächendeckend eingeführt wird. Zudem soll die zehntägige Familienpflegezeit mit einer finanziellen Leistung verbunden werden, die sich an der Höhe des Kinderkrankengelds orientiert und 70 Prozent des beitragspflichtigen Bruttolohns beträgt.

(xity, AFP)


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