Lauterbach betont Bedeutung von Impfungen zum Schutz von Kindern

Gesundheitsminister ruft Ärzte zum Einsatz von Moderna bei Booster-Impfungen auf

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat die Bedeutung von Impfungen für den Schutz von Kindern vor dem Coronavirus betont.

Berlin - Dies sei der beste Schutz für Kinder in der Pandemie, sagte der Mediziner am Freitag beim Besuch eines Impfzentrums in Hannover, wo er selbst zwei Kinder impfte. Lauterbach rief gleichzeitig Ärzte auf, bei der Booster-Kampagne für Erwachsene auch den Moderna-Impfstoff zu nutzen. Denn dieser sei in den kommenden Wochen in ausreichender Menge vorhanden.

"Ich habe viele Kinder in der Pandemie kennengelernt, betreut", sagte Lauterbach. "Ich finde es rührend und beeindruckend, welche Opfer Kinder bereit gewesen sind zu tragen." Dafür müsse ihnen nun etwas zurückgegeben werden. "Und das Allermindeste, was wir zurückgeben müssen, ist, dass wir Kindern auch ein Impfangebot geben."

In Deutschland sind in dieser Woche für Kinder zwischen fünf und elf Jahren bundesweit Impfungen angelaufen. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) hatte Anfang der Woche aber eine schlechte Organisation der Impfkampagne beklagt und auf Verzögerungen bei Impfstofflieferungen verwiesen.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hatte Corona-Schutzimpfungen vergangene Woche zunächst nur für Kinder mit Vorerkrankungen oder mit Risikopatienten in ihrem Umfeld empfohlen. Auch für alle anderen Kinder soll die Impfung aber bei "individuellem Wunsch" möglich sein.

Kinderimpfungen seien sicher, betonte Lauterbach. Das Risiko von Herzmuskelentzündungen sei so gering, dass Kinder besser geimpft als ungeimpft der Pandemie ausgesetzt werden sollten. Und gerade bei der neuartigen Omikron-Variante werde noch geprüft, ob diese insbesondere bei Kindern schwerere Krankheitsverläufe verursache.

Lauterbach warnte erneut vor einer schnellen Ausbreitung von Omikron. "Die Situation wird leider noch immer unterschätzt", sagte er. In England, wo sich Omikron stark verbreitet hat, verdoppele sich die Zahl der Fälle inzwischen alle ein bis zwei Tage. Und es sei weiter unsicher, ob diese Variante bei erwachsenen Infizierten tatsächlich mildere Verläufe hervorrufe als bisherige Covid-19-Erreger.

Omikron lasse sich allein mit einer doppelten Impfung "nicht in den Griff bekommen", betonte Lauterbach. "Wir dürfen uns nicht in falsche Sicherheit wiegen." Nötig sei deshalb eine "massive Booster-Kampagne" mit dem Ziel, "mehrere Millionen Menschen pro Woche zu boostern". Er werde dafür in den kommenden Tagen "mit allen Mitteln" versuchen, Impfstoff zu beschaffen.

Bei dem in Deutschland bisher vorwiegend genutzten Biontech-Impfstoff werde dies aber "etwas schwerer", sagte Lauterbach. Die Ärzte forderte der Minister deshalb auf, auch den Moderna-Impfstoff "wirklich abzurufen und einzusetzen". Denn von diesem gebe es zumindest "in den nächsten zwei Wochen" ausreichende Mengen.

Mit Blick auf die Abstände bei den Booster-Impfungen ging Lauterbach davon aus, dass es in Kürze hier eine neue Stiko-Empfehlung geben werde. Er rechne "mit einer sehr zeitnahen Entscheidung", sagte er. Bisher wurden von der Stiko etwa sechs Monate Abstand empfohlen. Inzwischen ist aber vielfach eine Impfung nach fünf Monaten möglich, teils auch schon früher.

(xity, AFP)