Laumann hält Ausweitung des Skandals um Pflege-Betrug für möglich

Pflegebeauftragter sieht Kranken- und Pflegekassen in der Pflicht

Nach dem Bekanntwerden von Abrechnungsbetrug durch russische Pflegedienste hält der Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann (CDU), eine noch größere Dimension des Skandals für möglich.

Berlin - "Wir wissen nicht, um welches Ausmaß es geht. Es kann sein, dass wir bisher nur die Spitze des Eisberges sehen", sagte Laumann der "Passauer Neuen Presse" vom Dienstag. Der CDU-Politiker rief die Kranken- und Pflegekassen auf, dafür zu sorgen, "dass das Geld nicht in dunkle Kanäle fließt".

Laumann warnte davor, die Pflegebranche weiter in Misskredit zu bringen und deren Mitarbeiter weiter zu demotivieren. "Wenn jetzt zu der Debatte um angeblich schlechte Pflege auch noch der Vorwurf kommt, alle Pflegedienste seien kriminell, wird das am Ende noch die gutwilligsten unter den Pflegerinnen und Pflegern an den Rande der Verzweiflung bringen", sagte er.

Der Bayrische Rundfunk und die "Welt am Sonntag" hatten am Wochenende berichtet, dass das Bundeskriminalamt Hinweise auf systematische Betrügereien von Pflegediensten habe, bei denen es sich in einzelnen Fällen auch um Aktivitäten "russisch-eurasischer Organisierter Kriminalität" handeln soll. Die fraglichen Pflegedienste rechnen demnach mit gefälschten Pflege-Protokollen nicht erbrachte Leistungen ab. Den Berichten zufolge schätzen die gesetzlichen Krankenkassen den Schaden auf mindestens eine Milliarde Euro im Jahr.

(xity, AFP)