Laschet befürwortet weitere Abschiebungen nach Afghanistan

CDU-Kanzlerkandidat: "'Null Toleranz gegenüber Kriminellen' erlaubt keine Ausnahmen"

In der Debatte um eine Fortsetzung der Abschiebungen nach Afghanistan trotz des Vormarschs der radikalislamischen Taliban hat der nordrhein-westfälische Ministerpräsident und CDU-Bundesvorsitzende Armin Laschet (CDU) eine Beibehaltung der bisherigen Praxis befürwortet.

In der Debatte um eine Fortsetzung der Abschiebungen nach Afghanistan trotz des Vormarschs der radikalislamischen Taliban hat der nordrhein-westfälische Ministerpräsident und CDU-Bundesvorsitzende Armin Laschet eine Beibehaltung der bisherigen Praxis befürwortet. "Wir beobachten die Situation in Afghanistan sehr genau", sagte er der "Bild"-Zeitung (Montagsausgabe). "Aber unsere Linie bleibt klar: Wer in Deutschland straffällig wird, hat sein Gastrecht verwirkt."

Der Grundsatz "Null Toleranz gegenüber Kriminellen" erlaube keine Ausnahmen, sagte der CDU-Politiker. Straftäter müssten "weiter konsequent abgeschoben werden, auch nach Afghanistan".

Die zahlreichen Offensiven der Taliban und die Folgen für die Bevölkerung könnte Deutschland jedoch nicht ignorieren. "Die Lage erfordert daher eine fortlaufende Bewertung und sorgsames Vorgehen bei Rückführungen", betonte Laschet.

Auch Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte sich am Wochenende für eine Fortsetzung der Abschiebungen ausgesprochen. "Wir verhandeln gerade mit Afghanistan, damit wir Straftäter weiterhin dorthin abschieben können", sagte er der "Bild am Sonntag". Die Grünen pochen dagegen wegen der sich dramatisch verschlechternden Sicherheitslage in Afghanistan auf einen Abschiebestopp.

© 2021 AFP