12.12.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Lars von Triers 'The House That Jack Built'

Lars von Triers 'The House That Jack Built'

Matt Dillon in Thiller mit schockierenden Bildern

Lars von Triers Film über einen Serienkiller in den 1970er-Jahren ist eine kalkulierte Zumutung: "The House That Jack Built" schreckt vor keiner Grausamkeit zurück.

Düsseldorf - Lars von Trier lässt seine Show der Grausamkeiten aus dem Off kommentieren, in einem Zwiegespräch versucht sich Jack (Matt Dillon) einem bis zum Epilog Unbekannten zu erklären. Die beiden palavern aus einer anfänglichen Dunkelheit heraus über Kunst und Gewalt und Frauen und Verwesung. Jack rechtfertigt sich, erklärt seine Taten, stellt Zusammenhänge her, während sein Gesprächspartner in ruhigem Ton unbequeme Fragen stellt und Jacks Thesen anzweifelt. Es scheint, als würde von Trier dieses Zwiegespräch mit sich selbst führen, um intellektuell zu rechtfertigen, was er seinem Publikum an Erbarmungslosigkeit auf der Leinwand zumutet.

Anhand von fünf "Incidents", was sich als Vorkommnis, Zwischenfall oder Störung übersetzen lässt, erzählt Jack seine Geschichte, die nicht nur mörderisch ist, sondern vor allem eine des Scheiterns und der Provokation. Eher zufällig zum Mörder geworden - Uma Thurman spielt sein enervierendes erstes Opfer - hat Jack daran zu knabbern, dass er es "nur" zum Bauingenieur gebracht hat, obwohl er in sich selbst einen Architekten sieht.

Jack will seine Morde als Kunstwerke verstanden wissen. "Es sprechen nicht die Taten, es sprechen die Werke", erklärt er und macht Fotos von seinen Taten, um sie an die Lokalpresse zu schicken, selbstherrlich signiert mit "Mr. Sophistication". Seine Opfer sind vornehmlich Frauen (Sofie Gråbøl, Riley Keough, Siobhan Fallon Hogan), allesamt als dumm und naiv dargestellt. Ein Schelm, wer dabei an von Triers eigenes Werk denkt, filmtechnisch und stilistisch brillant, immer aber auch die pure Provokation - vor allem auch wegen seiner Abarbeitung an frauenfeindlichen Figuren.

Mehr als 60 Morde wird Jack begehen, dass er nicht erwischt wird, ist weniger Zufall, sondern eher dem Umstand geschuldet, dass sich Lars von Trier einfach nicht dafür interessiert, wie ein Serienkiller zur Strecke gebracht werden kann. Ihm geht es um das große Ganze, er will in die Killerpsyche eintauchen.

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