24.10.2020 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Landschaftswächter werden vom KOD unterstützt

Landschaftswächter werden vom KOD unterstützt

Bußgelder bei Verstößen gegen den Naturschutz

430 Hektar sattes Grün, tiefe Reitwege, kilometerlange Pisten und dichtes Laubwerk, dazu einige Gaststätten, die zu Ruhepausen einladen – das Hülser Bruch im Norden Krefelds ist ein Naherholungsgebiet par excellence.

Krefeld - Allerdings ist das Bruch, grob gesehen zwischen dem Flünnertzdyk im Süden und der Schlufftrasse im Norden, auch Naturschutzgebiet. "Wir finden hier besondere Biotope vor, seltene Pflanzen und auch seltene Tiere“, erklärt Heino Thies vom Fachbereich Grünflächen. Der Krefelder Landschaftsplan weist neben dem Bruch einige weitere Naturschutzgebiete aus, darunter den Egelsberg, das Latumer Bruch oder die Spey am Rhein. Erkennbar sind diese an den grün-weißen, auf dem Kopf stehenden, Dreiecksschildern mit der Aufschrift "Naturschutzgebiet“. In allen Naturschutzgebieten hat die Natur Vorrang. Deshalb gilt dort generell eine Anleinpflicht für Hunde, das Verbot, Wege zu verlassen, Flächen außerhalb der Wege zu betreten oder zu befahren und außerhalb der ausgewiesenen Reitwege zu reiten. Diese Regeln sind auf einem zusätzlichen Schild noch einmal aufgelistet.

"Wir bitten alle Besucher der Naturschutzgebiete, sich an diese Regeln zu halten. Wenn jeder etwas Rücksicht nimmt, funktioniert das auch“, sagt Maren Loose von der Unteren Landschaftsbehörde des Fachbereichs Grünflächen. Und doch: Da gibt es den Hundehalter, der seinen Vierbeiner von der Leine lässt, oder den Biker, der fernab des Weges fährt. Flora und Fauna werden dadurch gestört, mitunter kann es aber auch richtig gefährlich werden: Kein Jogger möchte von einem freilaufenden Hund angefallen werden, kein Reiter mit einem Biker kollidieren. Probleme gebe es zwar nicht häufig, in letzter Zeit habe es allerdings eine Zunahme gegeben. Aus diesem Grund werden zusammen mit dem Fachbereich Ordnung in den kommenden Monaten im Naturschutzgebiet Hülser Bruch verstärkt Kontrollen durchgeführt. Bei Feststellung eines Verstoßes gegen die zuvor genannten Regelungen können Verwarnungen mit einem Verwarngeld bis zu 35 Euro oder aber bei vorsätzlichen oder wiederholten Verstößen ein Bußgeld von mindestens 75 Euro verhängt werden. "Allerdings suchen wir immer erst einmal das Gespräch und machen auf die Regeln aufmerksam. Hier steht kein Verbot oder Bußgeld in vorderster Front, sondern ein gut gelingendes Miteinander und der Naturschutz“, schildert Bernhard Pritzel vom Fachbereich Ordnung das Vorgehen seiner Kollegen. Häufig sei ein Verstoß gegen die Regeln keine Absicht, sondern eher Nachlässigkeit.

Der KOD unterstützt mit den Kontrollen die Arbeit der Landschaftswächter, die sich um die Naturschutzgebiete kümmern, darunter auch Wolfgang Giesen und Andreas Bäumler. Sie streifen ehrenamtlich zwei- bis dreimal durch die dichten Wälder des Hülser Bruchs und verbringen dort Stunden. "Ich bin Mitglied im Insektenkundlerverein und daher sowieso häufig hier. Da bot sich eine solche Tätigkeit an“, sagt Bäumler. Er und seine Mitstreiter benötigen hin und wieder schon ein dickes Fell, wenn sie Besucher auf einen Verstoß aufmerksam machen. "Wir werden häufig ausgelacht, auch verspottet. Das kann mitunter schon frustrierend sein. Häufig wissen die Angesprochenen nämlich, dass wir keine großen Machtbefugnisse haben. Bei den Regeln, die hier gelten, stellen sie sich dann aber unwissend.“ Auch deswegen sei die Mithilfe des KOD förderlich, da er weiter reichende Befugnisse hat und auch direkt vor Ort Verwarnungs- und Bußgelder kassieren kann.


Tags:
  • Haben das Hülser Bruch im Auge (von links): Bernhard Pritzel (Fachbereich Ordnung)
  • Landschaftswächter Wolfgang Giesen
  • Maren Loose (Untere Landschaftsbehörde) und Heino Thies
  • Fachbereich Grünflächen
  • Krefeld

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