Lambrecht nennt Bedrohung von Hagener Synagoge "unerträglich"

Justizministerin: Vorfall weckt "entsetzliche Erinnerungen" an Anschlag in Halle

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) hat sich erschüttert über die mutmaßliche Gefährdung einer Synagoge in Hagen gezeigt. "Es ist unerträglich, dass Jüdinnen und Juden erneut einer so schrecklichen Bedrohungslage ausgesetzt sind und den Beginn ihres höchsten Festes Jom Kippur nicht friedlich gemeinsam feiern konnten", erklärte Lambrecht am Donnerstag. Der Vorfall wecke "entsetzliche Erinnerungen an den Anschlag auf die Synagoge in Halle vor zwei Jahren".

Nach einem Großeinsatz an der Synagoge nahm die Polizei inzwischen vier Menschen fest. Zudem wurden mehrere Objekte durchsucht. In der Nacht hatten zahlreiche Einsatzkräfte am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur nach "Hinweisen über eine mögliche Gefährdungslage im Zusammenhang mit einer jüdischen Einrichtung" das Gebäude gesichert.

Justizministerin Lambrecht betonte, der Kampf gegen Antisemitismus habe "allerhöchste Bedeutung". Es sei die Pflicht des Staates, "alles zum Schutz von Jüdinnen und Juden zu tun". Dafür brauche es "höchste Wachsamkeit und sofortiges Einschreiten bei Gefährdungen - wie wir es jetzt in Hagen gesehen haben". Es sei jetzt Sache der Polizei und der Justiz, "die Hintergründe dieser sehr ernsten Bedrohungslage aufzuklären".

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