Lafontaine hofft auf rot-rot-grünen Präsidentschaftskandidaten

"Spiegel": Bereits Gespräche zwischen Grünen und SPD

Linken-Politiker Oskar Lafontaine wünscht sich einen gemeinsamen Kandidaten von seiner Partei, SPD und Grünen zur Bundespräsidentenwahl.

Berlin - "Ein rot-rot-grüner Kandidat, der sich in der Bundesversammlung durchsetzt, wäre ein Signal", sagte Lafontaine der "Passauer Neuen Presse" vom Samstag. "Wir wollen einen Bundespräsidenten, der die soziale Frage wieder in den Mittelpunkt stellt." Namen möglicher Kandidaten wollte Lafontaine nicht nennen. Eine "Schlüsselrolle" hätten bei einer rot-rot-grünen Kooperation die Sozialdemokraten, sagte der frühere SPD- und Linken-Chef. Diese müssten einen Vorschlag machen.

Laut einem Bericht des "Spiegel" gab es bereits ein Gespräch zwischen Grünen und SPD über das Vorgehen bei der Bundespräsidentenwahl. Der Grünen-Politiker Jürgen Trittin habe mit SPD-Chef Sigmar Gabriel geredet und dabei einen grünen Bewerber ins Spiel gebracht. Gabriel habe dies zunächst abgelehnt, berichtete das Magazin am Samstag. In einer E-Mail an andere Mitglieder des SPD-Vorstands habe Gabriel aber deutlich gemacht, dass er nach allen Seiten sondieren werde.

Insgesamt gebe es "intensive Bemühungen" von SPD, Grünen und Linken, einen gemeinsamen Kandidaten für die Nachfolge von Bundespräsident Joachim Gauck zu finden, schrieb der "Spiegel". Gauck hatte am Montag erklärt, dass er für eine Wiederwahl im kommenden Jahr nicht zur Verfügung steht. Aufgrund der Mehrheitsverhältnisse in der Bundesversammlung, die den Bundespräsidenten wählt, kommt es für die Nachfolge darauf an, wen Union und SPD unterstützen.

CDU-Vize Armin Laschet warnte die SPD vor einer Kooperation mit Linken und Grünen. "Es ist realitätsfern zu glauben, das Abstimmungsverhalten in der Bundesversammlung im Februar 2017 sei ohne jegliche Auswirkung auf die Bundestagswahl im September", sagte er dem "Focus". CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt rief zur "Zurückhaltung" in der Debatte auf. "Das sind wir diesem Amt und seiner Würde schuldig", sagte sie der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Samstag.

(xity, AFP)