Ländergesundheitsminister unzufrieden mit Datenerhebung des RKI zu Geimpften

Holetschek: "Brauchen Klarheit und Wahrheit in der Frage der Daten"

Die Gesundheitsminister der Länder sind unzufrieden mit der Datenerhebung des Robert-Koch-Instituts (RKI) zu den Corona-Impfungen. "Wir brauchen Klarheit und Wahrheit in der Frage der Daten", sagte GMK-Chef Klaus Holetschek (CSU).

Die Gesundheitsminister der Länder sind unzufrieden mit der Datenerhebung des Robert-Koch-Instituts (RKI) zu den Corona-Impfungen. "Wir brauchen Klarheit und Wahrheit in der Frage der Daten", sagte der Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Bayerns Ressortchef Klaus Holetschek (CSU), nach Beratungen mit seinen Länderkollegen am Montag. Es müsse in diesem Punkt "deutliche Veränderungen" geben.

Das RKI hatte vergangene Woche eingeräumt, dass die Zahl der geimpften Menschen in Deutschland lange zu niedrig angegeben worden sei. Das Institut sprach von einer "Unterschätzung von bis zu fünf Prozentpunkten für den Anteil mindestens einmal Geimpfter beziehungsweise vollständig Geimpfter". Zur Ursache für die Diskrepanz gab das RKI an, dass offensichtlich Impfungen nicht gemeldet worden seien.

"Wir müssen feststellen, wie die Daten ins System kommen, wo welche Defizite sind", sagte Holetschek. Es müsse geklärt werden, ob die Differenz an der mangelnden Datenlage der Betriebsärzte liege oder an Umfragen. Zur nächsten Gesundheitsministerkonferenz solle RKI-Chef Lothar Wieler eingeladen werden. Holetschek sieht es insgesamt als eine Lehre aus der Pandemie, "dass wir bei den Datengrundlagen bis jetzt aus meiner Sicht nicht sehr erfolgreich waren und dringend Nachbesserungsbedarf haben".

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