24.09.2020 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Kurz bekräftigt Widerstand gegen Pläne für Finanztransaktionssteuer

Kurz bekräftigt Widerstand gegen Pläne für Finanztransaktionssteuer

Österreichischer Kanzler am Montag zu Besuch bei Merkel

Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz hat im Vorfeld seines Besuchs in Berlin die Bundesregierung davor gewarnt, Einnahmen aus einer europäischen Finanztransaktionssteuer schon jetzt zur Finanzierung der Grundrente einzuplanen.

Berlin - Er wäre "vorsichtig", die möglichen Einnahmen aus einer solchen Steuer schon jetzt zu verplanen, sagte Kurz der Zeitung "Die Welt" (Montagsausgabe).

Er sei sich sicher, dass sich die deutsch-französischen Pläne für die Finanztransaktionssteuer "so nicht durchsetzen" ließen. Seine Regierung werde jedenfalls "alles tun, um das zu verhindern", kündigte Kurz an. Kurz wird am Montagmittag von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) empfangen.

Die Pläne aus Berlin und Paris hätten mit den ursprünglichen Vorschlägen aus zahlreichen EU-Ländern nichts mehr zu tun, kritisierte der österreichische Regierungschef. Seine Regierung sei dagegen, "hochspekulative Geschäfte und Derivate von einer Finanztransaktionssteuer auszunehmen und stattdessen die Realwirtschaft und die Kleinanleger zu bestrafen".

"Wir wollen die Spekulanten besteuern, nicht die Sparer, die in Zeiten einer Niedrigzinspolitik zur Altersvorsorge in Aktien investieren", betonte Kurz. Einige andere EU-Länder seien ebenfalls dieser Meinung.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) rechnet nach eigenen Angaben mit 1,5 Milliarden Euro jährlich aus der anvisierten Steuer auf Aktiengeschäfte. Er will die Grundrente zumindest teilweise aus dieser Steuer finanzieren.

Bereits der österreichische Finanzminister Gernot Blümel hatte jedoch kürzlich den Scholz-Vorschlag als "nicht akzeptabel" bezeichnet, weil er "die kleinen und mittleren Anleger" bei der Altersvorsorge bestrafe. Über eine Abgabe auf Finanzprodukte wird in Europa schon seit Jahren gestritten.

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will die Grundrente zum Januar 2021 einführen. Unter anderem wegen der ungeklärten Finanzierung gibt es in der Union aber inzwischen Erwägungen, die Einführung um ein halbes Jahr zu verschieben.

(xity, AFP)


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