Kurienbischof Gänswein ruft zu Offenheit gegenüber Flüchtlingen auf

Sorgen wegen Erstarkens rechtspopulistischer AfD

Der deutsche Kurienerzbischof Georg Gänswein hat zur Offenheit gegenüber Flüchtlingen aufgerufen.

Berlin - "Die christliche Grundüberzeugung lautet: Menschen, die in großer Not sind, brauchen Hilfe, hier und jetzt, sie haben ein Recht auf Hilfe", sagte der katholische Bischof und Sekretär des früheren Papstes Benedikt XVI. dem Münchner Magazin "Focus". Besorgt äußerte er sich über den Aufstieg der rechtspopulistischen AfD.

Gänswein rief vor diesem Hintergrund allerdings auch dazu auf, Sorgen der Menschen ernst zu nehmen. Ansonsten sei "die Anfälligkeit, populistischen Strömungen auf den Leim zu gehen, besonders groß". Es helfe nichts, wenn "mit markigen Worten schnelle Abhilfe aller Probleme" versprochen werde.

"Die Sorgen der Menschen ernst zu nehmen und gleichzeitig der Verpflichtung zur Hilfe treu zu bleiben, das ist die Herausforderung der Stunde", sagte der Bischof. Die hohen Umfragewerte für die AfD müssten "die Alarmglocken läuten lassen".

Als eine Herausforderung für die Christen in Deutschland sieht Gänswein den Zuzug zahlreicher Menschen muslimischen Glaubens nach Deutschland. Es wäre gut, wenn dadurch auch "eine Rückbesinnung auf die eigenen religiösen Wurzeln erfolgen würde", sagte der Bischof.

Allerdings äußerte sich Gänswein mit Blick darauf auch skeptisch. Vielfach erlebten die nach Deutschland kommenden Muslime stattdessen, dass der Glaube bei den Christen in Deutschland kaum eine Rolle spiele. Scharf wandte er sich dagegen, mit Rücksicht auf Muslime christliche Symbole aus dem Alltagsleben zu verbannen. Dies sei das falsche Signal, denn "die Achtung vor der anderen Religion nimmt nicht zu, wenn ich meine eigene verleugne".

(xity, AFP)