16.11.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Kurdische Kämpfer zu Schulung in Bayern eingetroffen

Kurdische Kämpfer zu Schulung in Bayern eingetroffen

Opposition kritisiert Von-der-Leyen-Besuch im Nordirak

Die erste Gruppe kurdischer Peschmerga-Kämpfer ist zur Ausbildung in Deutschland eingetroffen.

Berlin - Das teilte ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums in Berlin mit. Die Schulung der 32 irakischen Kurden soll demnach am Samstag im bayerischen Hammelburg beginnen und eine Woche bis zum 3. Oktober dauern. Unterdessen übte die Opposition Kritik am Besuch von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) in den von der Dschihadistenorganisation Islamischer Staat (IS) bedrohten Kurdengebieten im Nordirak.

Bei der Ausbildung geht es zunächst um die Einweisung in den Gebrauch der Panzerabwehrwaffe Milan, die den Kurden im Kampf gegen die extremistische Organisation Islamischer Staat (IS) von Deutschland zur Verfügung gestellt wird. Im Oktober soll eine weitere Gruppe von Kurden dann laut Bundeswehr in der Handhabung von deutscher Feldküchen geschult werden, die ebenfalls in das irakische Kurdengebiet geliefert werden. Nach ihrer Rückkehr sollen die Peschmerga als Multiplikatoren jeweils ihr Wissen an andere Kämpfer weitergeben.

Zuvor waren am Donnerstagabend sechs Ausbilder der Bundeswehr sowie ein Sanitäter in der irakischen Kurdenmetropole Erbil eingetroffen. Sie sollen kurdische Kämpfer dort in den Gebrauch anderer Waffen aus Deutschland einweisen, von denen eine erste Lieferung inzwischen das Kurdengebiet erreicht hat. Dabei geht es unter anderem um Schnellfeuer- und Maschinengewehre sowie Panzerfäuste und Minensuchausrüstung.

"Von der Leyen ist wieder einmal mehr mit der Inszenierung ihrer selbst beschäftigt, anstatt ihren eigenen Laden auszumisten", sagte Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter der "Passauer Neuen Presse". Von der Leyen wolle sich "als tatkräftige Ministerin" präsentieren, gleichzeitig häuften sich die "Skandale über die marode und veraltete Ausstattung der Bundeswehr".

"Von der Leyen trägt die politische Verantwortung dafür, dass die Bundeswehr offenbar der bestbewachte Schrottplatz Deutschlands ist", kritisierte auch Linkspartei-Chef Bernd Riexinger in der Zeitung. "Mit Hochglanzfotos von der Ministerin und PR-Truppenbesuchen nimmt man keine Fürsorgepflicht für die Soldaten wahr." Dieselbe Ministerin, die deutsche Soldaten in Kriege auf dem ganzen Erdball schicken wolle, scheitere schon daran, einen Transport reibungslos über die Bühne zu bringen, fügte er in Anspielung auf die Verspätungen bei den Waffenlieferungen an die kurdischen Peschmerga-Kämpfer und die Entsendung von Bundeswehr-Ausbildern hinzu.

Von der Leyen war am Donnerstag bei einem aus Sicherheitsgründen vorher nicht angekündigten Besuch im nordirakischen Erbil mit Kurdenpräsident Massud Barsani zusammengetroffen. Sie versprach den Kurden weitere Unterstützung im Kampf gegen den IS.

Am Donnerstagabend landeten mit mehrtägiger Verspätung auch die Bundeswehrsoldaten im Nordirak, die die kurdischen Kämpfer in die Handhabung der Waffen und des militärischen Geräts aus Deutschland einweisen sollen. Auch die erste Lieferung von Waffen und Munition traf kurz darauf in Erbil ein und wurde der kurdischen Regionalregierung übergeben, wie die Bundeswehr mitteilte. Das Eintreffen sowohl der Soldaten als auch des militärischen Materials hatte sich wegen einer Reihe von Pannen verzögert.

(xity, AFP)


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