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Kulturpreis 2020 würdigt Kulturprojekte

Die Gewinner stehen fest

Drei Kulturprojekte erhalten die Auszeichnung für herausragende Kulturprojekte im Bereich Musik und Film.

Kassel - Der Magistrat hat entschieden, den Kulturpreis der Stadt Kassel 2020 in Höhe von jeweils 3.000 Euro an das „Musikzentrum im Kutscherhaus - Kontrapunkt e. V.“ sowie dem „Randfilm e. V.“ zu verleihen. Der Kulturförderpreis der Stadt Kassel 2020 in Höhe von 1.500 Euro geht an die 2018 gegründete Reihe „Chamäleon-Konzerte“. Außerdem verleiht der Magistrat einen undotierten Sonderpreis an den KulturBahnhof Kassel e. V. für die Kampagne „Ohne Kultur isses für’n Arsch“. Das teilte Kulturdezernentin Susanne Völker jetzt mit und führte aus: „Der Kulturpreis der Stadt Kassel zusammen mit dem Kulturförderpreis ist eine wichtige Anerkennung für die Kulturakteurinnen und -akteure unserer Stadt. Gewürdigt werden innovative, kreative, wirkungsvolle Projekte für ihre wertvolle und gemeinwohlstärkende Arbeit. Das gilt unter normalen Bedingungen und noch mehr in diesem Jahr der besonderen Herausforderungen für alle Kulturschaffenden. Ich freue mich deshalb, dass wir mit den diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträgern Kulturinitiativen auszeichnen können, die mit ihrer Arbeit stellvertretend für das große gemeinsame Engagement und den Zusammenhalt in der Kasseler Kultur stehen.“

Über die Vergabe des Kulturpreises entscheidet der Magistrat der Stadt Kassel auf Vorschlag einer Jury, in der die kulturpolitischen Sprecherinnen und Sprecher der Stadtverordnetenfraktionen auf Einladung der Kulturdezernentin zusammenkommen. Die Kulturpreis-Jury hatte den Beschlussvorschlag zur diesjährigen Preisverleihung erarbeitet und einstimmig verabschiedet.

Musikalisch-kulturelle Bildung in Kassel – dafür steht der Verein Kontrapunkt mit seinem Musikzentrum im Kutscherhaus, auch bekannt als „mik“, das dieses Jahr sein 30-jähriges Bestehen feiert. Rund 600 Musikschülerinnen und Musikschüler werden am mik unterrichtet. Etwa 40 Lehrkräfte, überwiegend soloselbstständige Musikerinnen und Musiker aus Kassel, bieten professionellen Unterricht in Gesang sowie auf allen gängigen Band- und Orchesterinstrumenten. Auch die zahlreichen spartenübergreifenden Ensembles und Bands des „mik“ sind aus dem kulturellem (Nachwuchs-)Leben Kassels kaum wegzudenken und sorgen für den Fortbestand der lebendigen Kasseler Musiklandschaft.

Randfilm e. V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, die „abseitige Film- und Kinokultur“ ins Bewusstsein zu bringen und dabei „dem Vergessenen, Verdrängten, Zensierten und Übersehenen ein Forum“ zu geben. Im Mittelpunkt steht dabei das jährlich stattfindende Randfilmfest, das einen festen Platz in der Filmlandschaft Kassels einnimmt – ergänzt durch die monatliche Veranstaltungsreihe „Randfilm-Nights“. Mit der Überführung des medialen Erbes der dienstältesten Videothek Deutschlands in ein privat getragenes „Film- und Videothekenmuseum“ leistet der Verein außerdem einen maßgeblichen Beitrag zur Vielfältigkeit der Kasseler Kinokultur. Regelmäßige Kulturveranstaltungen und Vermittlungsangebote komplementieren die zahlreichen Aktivitäten und Angebote des Randfilm e. V.

Dank der Initiative „Chamäleon-Konzerte“ unter der künstlerischen Leitung des Kasseler Musikers Joshua Weitzel ist Kassel um ein innovatives musikalisches Konzept reicher. Zeitgenössische experimentelle Musik, Jazz und Improvisation stehen hier im Fokus. In den „Chamäleon-Konzerten“ treffen jeweils eine in Kassel ansässige und eine auswärtige Künstlerpersönlichkeit aufeinander und gestalten im Dialog mit improvisierter Musik das Abendprogramm. Wechselnde Konzertorte führen zu einem bunten Publikumsmix. Sowohl lokal als auch überregional hochgelobt und geschätzt, soll die Konzertreihe künftig weiter ausgebaut werden.

Die Corona-Pandemie hat das Leben vieler Kasseler Kulturschaffender auf den Kopf gestellt und in eine finanzielle Schieflage versetzt. In der Crowdfunding-Kampagne „Ohne Kultur isses für’n Arsch“ rief der KulturBahnhof Kassel e. V. daraufhin dazu auf, für die Kulturszene in Kassel Klopapier zu hamstern. Für 50 Euro konnte man ein Blatt hochwertiges Klopapier erwerben, das von Hand mit einer Zeichnung des Kasseler Karikaturisten Gerhard Glück bestempelt worden war. Mit dem gesammelten Geld in Höhe von 54.000 Euro von mehr als 500 Spenderinnen und Spendern wurden zahlreiche kulturelle Einrichtungen, Initiativen und Einzelkunstschaffende unterstützt: ein Zeichen der Solidarität, des Zusammenhalts und der Bedeutung der freien Szene für Kassels Kultur.

Die Verleihung des Kulturpreises der Stadt Kassel 2020 ist für Sonntag, 13. Dezember 2020, um 11.30 Uhr im Schauspielhaus des Staatstheaters Kassel geplant.

Weitere Informationen unter www.kassel.de/kulturpreis.


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