"Kultur findet Stadt(t)" in Krefeld

Sechste Auflage findet am Wochenende statt

Die sechste Auflage von "Kultur findet Stadt(t)" deckt fast die gesamte Bandbreite Krefelder Kultur ab und verbindet die unterschiedlichen Genres zu einem regionalen Kulturfestival.

Mit über 800 Mitwirkenden, mit knapp 90 Ständen auf der Design-, Literatur- und Kulturmeile und mit einem abwechslungsreichen Auftaktprogramm am Freitagabend ist die Großveranstaltung in diesem Jahr noch weiter gewachsen. "Inzwischen fiebern von den Schülerinnen und Schülern der beteiligten Musikschulen bis zu den Niederrheinischen Sinfonikern alle auf dieses Großereignis im Krefelder Frühsommer hin", so Oberbürgermeister Frank Meyer. "Kultur findet Stadt(t)" habe sich als große überregionale Veranstaltung etabliert. Frank Meyer weiter: "Letztlich steht Kultur findet Stadt(t) in besonderem Maße für eine Krefelder Stadtidentität, die im entspannten Miteinander und engagierten Füreinander spürbar ist".

Das Experiment, regionale und lokale Kultur zu einem Open-Air-Ereignis aufzubauen, war ein Wagnis. "Bereits im ersten Jahr sind die Besucherinnen und Besucher in die Krefelder Innenstadt geströmt. Vorausgesetzt, das Wetter spielt mit, rechnen wir in diesem Jahr mit einem stimmungsvollen Feuerwerk Krefelder Stadtkultur, das weit über die Stadtgrenzen hinaus ausstrahlt", so Uli Cloos, Leiter des Fachbereichs Marketing und Stadtentwicklung. Viele Akteure seien bereits von Beginn an dabei. Aber es kommen auch Jahr für Jahr weitere hinzu, so dass es jedes Jahr viel Neues zu entdecken gebe.

Die Freunde der Musik werden durch die unterschiedlichsten Laien- und Profiensembles verwöhnt. Von der Jazzsession, über Chorgesang und den Auftritt der Jazz Swing College Band mit Mara Minjoli, bis zu Chansons, A-capella-Gesang, den Niederrheinischen Sinfonikern und Fee Badenius mit ihrem Krefeld-Lied aus der WDR-Serie "Sounds like Heimat" gibt es Ungewohntes, Tanzbares und Überraschendes für jeden Geschmack.

Auf König- und Rheinstraße stehen knapp 90 Marktstände. Künstler, Designer und Kulturinstitute bieten ihre Produkte an und informieren. Ein ganzer Abschnitt der Königstraße gehört Verlagen, Archiven, Buchhandlungen, Antiquariaten und natürlich der Mediothek. "Wir experimentieren auch 2016 ganz bewusst wieder open air mit der Literatur", sagt Uli Cloos. Auf der Bühne Königstraße lesen Autoren aus den unterschiedlichsten Genres der Gegenwartsliteratur vor, begleitet von Poetry Slam und französischen Chansons, die ja ebenfalls als kleine Geschichten Literatur darstellen, nur diesmal gesungen. Moderiert wird die Bühne auf der Königstraße von der Kulturjournalistin Angela Gutzeit.

In der Mennonitenkirche an der Königstraße greift Theaterintendant Michael Grosse das Thema Wanderung auf. Um Existenz, Frieden, Sicherheit und wirtschaftliches Überleben ging es auch den Krefeldern, die in den vergangenen Jahrhunderten in andere Länder und Kontinente emigriert sind. In ihren Briefen, teilweise noch aus dem 17. Jahrhundert, aus denen Grosse liest, berichten sie von ihren Erfolgen und Sehnsüchten aber auch von ihren Sorgen.

Zu den alten Bekannten bei "Kultur findet Stadt(t)" gehört die Musikschule, die einen Großteil des Programms auf den Podesten der Rheinstraße bestreitet, auf dem Neumarkt rockt und auf dem Platz an der Alten Kirche nicht nur ausgewiesene Jazz-Freunde auf ihre Kosten kommen lässt. Die Kufa wird auf dem Neumarkt unter anderem von vier jungen Rappern vertreten. Auf der Hochstraße sind immer wieder Musik- und Tanz-gruppen unterwegs und treten dort plötzlich unvermittelt inmitten der Besucher auf.

Das neu installierte historische Glockenspiel an der Neusser Straße, ist für Kultur findet Stadt(t) neben den Melodien um 12, 15 und 18 Uhr auch um 11, 14 und 16 Uhr zu hören, dann mit drei anderen, extra für diesen Tag eingespielten Melodien von insgesamt neun Minuten Dauer.

Oberbürgermeister Frank Meyer eröffnet das Kulturfestival am Freitag um 19 Uhr auf der großen Bühne am Platz An der Alten Kirche. Die A-capella-Gruppe "Urban Songbirds", der Schönhausen-Chor, das Sinfonieorchester der Musikschule und das preisgekrönte Cello-Orchester Cellissimo bescheren Krefeld einen eigenen Sommernachtstraum. Cloos: ?In diesem Jahr ist der Platz nicht bestuhlt. Es gibt einige Stehtische und wenige Sitzgelegenheiten. Sowohl am Freitag aber auch am Samstag darf es hier eine lockere und entspannt fröhliche Stimmung geben. Auch die Niederrheinischen Sinfoniker wollen tanzbar aufspielen".

Nicht nur Mobifant sorgt mit seinem Kinderprogramm auf dem Evangelischen Kirchplatz für eine zukunftsorientierte Stadtkultur. Auch das Projekt City Tree, das bisher nur in wenigen europäischen Städten, wie beispielsweise Kopenhagen realisiert wurde, gibt einen Impuls für ein gutes Stadtklima. Der City Tree vom Dresdner Start-up Green City Solutions besitzt eine spezielle, senkrechte Grünfläche. Sie ist eine Wuchsfläche für Feinstaub absorbierende Moose und Blütenpflanzen, sorgt für frischen Sauerstoff und fungiert zugleich als WLAN-Hotspot. Außerdem erfasst die installierte Sensor- und Fernwartetechnik Daten zur Luftreinhaltung.

Mit Auftakt in vier Akten, Literatur hoch drei und Kultur im Quadrat beschreibt Oberbürgermeister Frank Meyer die Eckpunkte von Kultur findet Stadt(t): "Für dieses dichte und unterhaltsame Programm danke ich allen Mitwirkenden aus Krefeld und der Region".