16.11.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Künftig Schockfotos auf Zigarettenpackungen

Künftig Schockfotos auf Zigarettenpackungen

Bundestag stimmt Umsetzung einer EU-Richtlinie zu

Vor allem Jugendliche sollen künftig auch in Deutschland mit Schockbildern auf Zigarettenpackungen vom Rauchen abgeschreckt werden.

Berlin - Der Bundestag beschloss am Donnerstag mit den Stimmen von CDU/CSU und SPD ein Gesetz, mit dem eine entsprechende EU-Richtlinie umgesetzt wird. Durch die neuen Vorschriften werden die Warnhinweise zugleich deutlich größer.

Die in anderen Ländern bereits üblichen Schockbilder etwa von einem verfaulten Fuß oder einer schwarzen Raucherlunge sollen mehr Menschen vom Rauchen abhalten. Die Kombination aus Bildern und Warnhinweisen wie "Rauchen ist tödlich" muss mindestens 65 Prozent der Vorder- und Rückseite der Packungen einnehmen. Solche Warnhinweise gibt es bereits heute, sie sind aber wesentlich kleiner.

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU), in dessen Ressort das Gesetz erarbeitet wurde, begründete die Neuregelung in der Bundestagsdebatte mit den Gesundheitsgefahren des Tabakkonsums. "Jedes Jahr sterben in Deutschland 120.000 Menschen an den Folgen des Rauchens", sagte Schmidt. Es bestehe dringender Handlungsbedarf. Die emotionalen Hinweise sollten zeigen: "Lasst lieber die Finger davon."

Auch die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), zeigte sich überzeugt, dass die Warnhinweise ihre Wirkung nicht verfehlen würden. "Gerade Kinder und Jugendliche werden sehr wohl auf die Bilder reagieren", sagte Mortler. Die Bilder und Warnungen könnten auch denjenigen, die mit dem Rauchen aufgehört hätten, dabei helfen, nicht wieder anzufangen.

Die Grünen stimmten im Bundestag gegen das Gesetz, weil ihnen die Regelungen nicht weit genug gehen. Die Linkspartei enthielt sich der Stimme.

(xity, AFP)


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