18.10.2019 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Kühnert strebt zweite Amtszeit als Juso-Chef an

Kühnert strebt zweite Amtszeit als Juso-Chef an

Forderungen nach schärferem SPD-Profil in Europa- und Klimaschutzpolitik

Juso-Chef Kevin Kühnert strebt eine zweite Amtszeit an der Spitze der SPD-Nachwuchsorganisation an.

Berlin - "Ich habe jedenfalls große Lust nochmal anzutreten. Ich fühle mich da, wo ich bin, genau richtig", sagte er am Freitag der Parteizeitung "Vorwärts". Kühnert ist seit November 2017 Juso-Chef.

"Die Jusos sind gerade einer der spannendsten Orte, um Politik zu machen", sagte der 29-Jährige dem "Vorwärts" weiter. Die Organisation genieße "heute eine öffentliche Wahrnehmung, mit der wir auch Forderungen platzieren können". Die Neuwahl des Juso-Vorstands steht Ende 2019 an. "Wir betteln nicht nur am Katzentisch, sondern können Entscheidungen beeinflussen."

Mit Blick auf die Europawahl im Mai betonte Kühnert: "Wir müssen die EU nicht nur gegen rechts verteidigen, sondern weiterbringen als sie jetzt ist." Mit Blick auf die Lage in Polen, Ungarn, Italien und Österreich, wo Rechtspopulisten regieren oder an der Regierung beteiligt sind, rief der Juso-Chef dazu auf: "Dem muss man sich entgegensetzen." Allerdings kritisierte er auch den wirtschaftsliberalen Kurs etwa des französischen Präsidenten Emmanuel Macron oder von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker.

Der 29-Jährige forderte von seiner Partei ein klareres Bekenntnis zum Klimaschutz. "Der Abbau von Kohle löst keine romantischen Gefühle in mir aus", sagte er dem "Vorwärts". Zwar sei ihm wichtig, "was mit den Menschen passiert, die in diesem Bereich arbeiten". Er wünsche sich aber "von der SPD das Bekenntnis, dass wir, so schnell wie es sozial und organisatorisch möglich ist, aus der Kohle aussteigen, weil es um nicht weniger als unsere Lebensgrundlagen geht", stellte Kühnert klar.

Der Juso-Chef gilt seit seinem Amtsantritt in der SPD als einer der schärfsten Kritiker des Regierungsbündnisses mit der Union. Er hatte sich Anfang des Jahres auf Parteitagen und im Vorfeld der parteiinternen Mitgliederbefragung vehement dafür eingesetzt, dass die SPD sich nach ihrer Niederlage bei der Bundestagswahl in der Opposition erneuern solle. "Niemand hat Lust auf stromlinienförmige Parteien", sagte Kühnert. Er wolle weiterhin eine kritische Rolle spielen.

(xity, AFP)


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