17.11.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Kühlgeräte-Tauschaktion für Einkommensschwache gestartet

Kühlgeräte-Tauschaktion für Einkommensschwache gestartet

150 Euro Zuschuss für energieeffiziente Kühlschränke

Mit einer Kühlschrank-Tauschaktion will Bundesumweltministerin Hendricks (SPD) einkommensschwachen Familien helfen.

Berlin - Im Zuge des Programms "Stromspar-Check Plus" sollen binnen zwei Jahren bis zu 16.000 alte Geräte mit hohem Stromverbrauch durch moderne energiesparende Kühlgeräte ersetzt werden, wie das Bundesumweltministerium zum Auftakt der Aktion in Berlin mitteilte. Das Pilotprojekt startet demnach bundesweit an zunächst 67 Standorten, in den nächsten Monaten sollen es rund doppelt so viele werden. Rund fünf Millionen Kilowattstunden Strom könnten damit pro Jahr eingespart werden.

Die Aktion wird in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Caritasverband und dem Bundesverband der Klimaschutz- und Energieagenturen organisiert und ist zugeschnitten auf Bezieher von Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe oder Wohngeld. Zunächst wird bei einem Stromspar-Check im Teilnehmer-Haushalt ermittelt, ob sich durch einen Gerätetausch eine Stromeinsparung von mindestens 200 Kilowattstunden pro Jahr erzielen ließe und ob das alte Gerät mindestens zehn Jahre alt ist. Trifft beides zu, wird der Austausch des alten Kühlschranks durch einen neuen der Effizienzklasse A+++ mit 150 Euro bezuschusst.

Alleine durch einen solchen Kühlschranktausch könnten die Haushalte ihre Stromrechnung im Schnitt um rund 100 Euro pro Jahr senken, teilte das Ministerium weiter mit. Hinzu komme noch die Wirkung des vorgelagerten Stromspar-Checks, wodurch der Einspareffekt in der Regel auf rund 200 Euro im Jahr verdoppelt werde. Hendricks erklärte, mit dem Programm "schlagen wir energie- und sozialpolitisch zwei Fliegen mit einer Klappe: Wir tun effektiv etwas für den Klimaschutz und gleichzeitig helfen wir Haushalten mit geringem Einkommen".

Die Grünen-Energieexpertin Julia Verlinden forderte hingegen, den Energieverbrauch nicht nur bei Kühlschränken zu senken. "Hendricks´ Vorschlag geht zwar in die richtige Richtung", erklärte Verlinden in Berlin. "Er reicht aber bei Weitem nicht aus, um die großen Energieeinsparpotenziale in privaten Haushalten zu heben." Um alle Einsparpotenziale zu identifizieren und zu nutzen, seien mehr Energieberatungsangebote und eine verbraucherfreundlichere Kennzeichnung für Elektrogeräte notwendig.

(xity, AFP)


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